{"id":1619,"date":"2016-05-21T12:12:39","date_gmt":"2016-05-21T10:12:39","guid":{"rendered":"http:\/\/waldkritik.de\/?page_id=1619"},"modified":"2016-05-21T12:12:39","modified_gmt":"2016-05-21T10:12:39","slug":"zur-aesthetik-der-gleisbildung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/waldkritik.de\/?page_id=1619","title":{"rendered":"Zur \u00c4sthetik der Gleisbildung"},"content":{"rendered":"<p><em>Vorlage der Initiative Waldkritik zum Vor-Ort-Termin am<br \/>\n<strong>18.3.2016 bei W\u00fcstenrot<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>Vorlage der Initiative Waldkritik zum Vor-Ort-Termin am 18.3.2016 bei W\u00fcstenrot<\/em><\/p>\n<p>Ingenieurtechnische Anwendungen sind Grundlage zeitgen\u00f6ssischer Waldwirtschaft. Zum Einsatz ge\u00adlangen Forstspezialmaschinen. Kennzeichnend \u00a0ist ein bodengebundener Einsatz bei einem hohem Eigengewicht und hoher Nutzlast der Maschinen. Gleisbildung ist in Folge das sichtbare Ergebnis der Einwirkung gewaltiger mechanischer Kr\u00e4fte auf den Boden.\u00a0 Die Boden\u00adsubs\u00adtanz der Fahrlinien wird dabei zu\u00adn\u00e4chst massiv verdichtet, plastisch verformt und beginnt als breiartige Masse zu flie\u00dfen. Der Boden wird bereits bei den ersten \u00dcberfahrten in seinem nat\u00fcrlichen Aufbau zerst\u00f6rt und eine kom\u00adplexe Lebensgemeinschaft get\u00f6tet oder schwer gesch\u00e4digt. Hohe Feuchtigkeit und fein\u00adsubstanz\u00adrei\u00adche B\u00f6den bef\u00f6rdern diesen Ablauf. Als R\u00fcck\u00adstand verbleibt ein biologisch vollst\u00e4ndig toter Boden und ein technisch unbrauchbarer Untergrund.<\/p>\n<p>Paragraph 14 des Landeswaldgesetzes verpflichtet alle Waldbesitzer zur pfleglichen Bewirtschaftung des Waldbo\u00addens mit dem Ziel, den Boden und die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten.<\/p>\n<p>Der Schutz der Waldb\u00f6den sei laut Forst BW durch die Einf\u00fchrung, Anwendung und Einhaltung einer Planungsvorgabe, der Feiner\u00adschlie\u00dfungsrichtlinie in Verbindung mit einer Ausf\u00fch\u00adrungsschrift, dem R\u00fcckegassen\u00adkonzept hinreichend gew\u00e4hrleistet.<\/p>\n<p>Die Zerst\u00f6rung des Bodens tr\u00e4fe(!) zwar zu, doch der Rest des Waldes sei vollst\u00e4ndig gesch\u00fctzt. So Forstwissen\u00adschaf\u00adtler der Professur f\u00fcr Boden\u00f6kologie in Freiburg, so Vertreter der FVA Freiburg, so die Ge\u00adsch\u00e4fts\u00adf\u00fch\u00adrung bei Forst BW, so der Forstpr\u00e4sident in T\u00fcbingen und die Leitung bei den Kreis\u00adforst\u00e4m\u00adtern- Einheits\u00adantwor\u00adt(!) anstelle von Vorsorge- Vermeidungs- oder Verringerungsstrate\u00adgien. Das Bodenschutzkonzept der Initiative wird ignoriert. Zuvor glaubten die Forstvertreter einen Mangel an Ideenkraft feststellen zu k\u00f6nnen \u2013 B\u00fcrgerbeteiligung ist nicht gefragt!<\/p>\n<p>\u00dcber die Jahrzehnte summieren sich riesige Verluste an produktivem Waldboden f\u00fcr die Walder\u00adschlie\u00dfung! Im Staatswald Ba\u00ady\u00adern, f\u00fcr Forststrassen 22 600 km, hinzukom\u00admen 11 800 km f\u00fcr Maschi\u00adnenwege, R\u00fccke\u00adgassen mit 150 000 km und j\u00e4hrlich nicht zu be\u00adziffernde neue Fahrstrecken und ein Ende ist nicht abzusehen!<\/p>\n<p><em>Zum Vergleich: Autobahnen, Bundesstra\u00dfen, Staatsstra\u00dfen umfas\u00adsen in Bayern zum Vergleich 22 600 km.\u00a0\u00a0 <\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0&#8230;<\/em> und in Baden-W\u00fcrttemberg?<\/p>\n<p>Die Kommunikation der Vertreter von Forst BW mit dem B\u00fcrger(Waldbesitzer)gestaltet sich bisher als ein regiem\u00e4\u00dfig ablaufendes Anwen\u00addungs\u00adraster mit direktivem Zielsinn. Die Sch\u00e4den werden als technisch unvermeidbar, f\u00fcr den aktuellen Schad\u00adort heute und hier, als\u2026 \u201e mit dem R\u00fcckegassen\u00adkonzept in \u00dcbereinstimmung ste\u00adhend\u2026\u201c aus\u00adgegeben. Die undifferenzierte An\u00adwen\u00ad\u00ad\u00addung der Feiner\u00adschlie\u00dfungsrichtlinie und eines de\u00adsastr\u00f6sen R\u00fcckegas\u00adsen\u00ad\u00ad\u00adkon\u00adzepts zerst\u00f6ren den stoff\u00adlichen Leib des Waldbodenorganismus. Es geht allein um ganzj\u00e4hrig, witterungsunabh\u00e4ngig, kurzfristige Holzaneig\u00adnung zu Lasten langfristiger Nach\u00adhaltigkeit. Eine M\u00e4\u00dfigung der aggressiven Holzmobilisierung ist trotz der sach\u00adlich gerecht\u00adfertigten Einw\u00e4nde nicht festzustellen. Wider besseres Wissens um die langfristi\u00adgen (auch \u00f6konomischen) Fol\u00adgen, wird eine propagandistische System\u00adkette ordnungsge\u00adm\u00e4\u00dfer Forst\u00adwirt\u00adschaft in der \u00d6ffentlichkeit insze\u00adniert, die von ihrer Idee her niemals naturgem\u00e4\u00df sein kann. Wis\u00adsenschaftliche Erhebungen belegen, dass bereits f\u00fcnfzig Prozent der befahrbaren Wald\u00adfl\u00e4che in Ba\u00adden- W\u00fcrttemberg \u201eVerformungssch\u00e4den\u201c aufweisen, zum Teil sind sie schwer gesch\u00e4digt.<\/p>\n<p>Die einzige, f\u00fcr Natur und Mensch existentiell bedeutsame waldwirtschaftliche und vor allen Dingen naturgem\u00e4\u00dfe Bezugsgr\u00f6\u00dfe ist und bleibt der Wald\u00adboden und seine Fruchtbarkeit. Deshalb sagen wir:<\/p>\n<p><u>Naturnahe Forstwirtschaft ist mit technisch ausgel\u00f6sten Bodensch\u00e4den (Gleisbildung) unvereinbar<\/u>!<\/p>\n<p>INITIATIVE WALDKRITIK\/www.waldkritik.de<br \/>\nRichard Koch\u00b7Harald Kunz\u00b7Dr. Andreas Luther<\/p>\n<h2><strong>Rasputiza<\/strong><\/h2>\n<p><strong>Rasputiza, <\/strong>ist die russische Bezeichnung f\u00fcr die <em>Schlammzeit<\/em>,<br \/>\n<em>Schlammperiode<\/em> bzw. Regenzeit im Fr\u00fchjahr und Herbst, in der weite Landschaften und unbefestigte Stra\u00dfen im \u00f6stlichen Europa durch Schneeschmelze bzw. die Herbst\u00adregenf\u00e4lle aufgrund der besonderen Geographie der Landschaft aufweichen und unbefahrbar werden. Die Menschen stellen sich auf die Gegebenheiten ein und vermeiden dadurch Sch\u00e4den an der Natur und damit Beeintr\u00e4chtigungen f\u00fcr sich selbst.<\/p>\n<p><strong>Nicht so im Staatswald bei W\u00fcstenrot und generell an Waldstandorten des Keuperberg\u00adlands in Baden-W\u00fcrttemberg.<\/strong><\/p>\n<p>Forst BW hat im Wald bei W\u00fcstenrot (Berglen) mit der Folge von schweren Bodensch\u00e4den, <u>sie wurden zur Anzeige gebracht<\/u>, Holz geerntet. F\u00fcr heute, den 18. M\u00e4rz hat die Forstverwaltung die \u201eStakeholder\u201c, die B\u00fcrgerschaft wurde dabei ausgenommen, zu einem Vor-Ort-Ter\u00admin, eingeladen. Ihre Teilnahme zugesagt haben Natur\u00adschutzver\u00adtre\u00adter\/ In\u00adnen, Forst\u00adun\u00adterneh\u00admer\u00adver\u00adtre\u00adter\/Innen, Vertreter des FSC und der Forst\u00adverwaltung.<\/p>\n<p>Man will \u00fcber die Sch\u00e4den sprechen.<\/p>\n<p>Vorab hat die Abteilung Forstpolitik die \u201eGesamtma\u00df\u00adnahme\u201c im Wald bei W\u00fcsten\u00adrot bereits, man beden\u00adke den Sinn des Wortes, als in \u00dcbereinstimmung mit der Richtlinie und dem R\u00fccke\u00ad\u00adgas\u00adsen\u00adkon\u00adzept stehend bewertet.<\/p>\n<p>Der <strong>Forstmann Karl-Friedrich Weber schreibt uns <\/strong>zu den Bildern der Sch\u00e4den im Wald zwischen W\u00fcstenrot und B\u00f6hringsweiler:<\/p>\n<p><strong>\u2026<\/strong><strong>die mir \u00fcbersandten Fotos sind schockierend. Die Begr\u00fcndungen, wonach\u00a0eine Konformit\u00e4t der Gesamt\u00adma\u00df\u00ad\u00ad\u00adnahme im Hinblick auf das Konzept zur Sicherstellung der dauerhaften Funktionsf\u00e4higkeit von R\u00fccke\u00adgassen und Maschinenwegen (siehe Anlage) gegeben sei, sind abstrus.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Das Konzept ist nicht der Ma\u00dfstab, weil es unzul\u00e4nglich ist, sondern nur die Naturressource Boden an sich kann der Ma\u00dfstab sein.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die angeh\u00e4ngte Vorschrift ist ein aufgebl\u00e4hter Minimierungsversuch, der in seinem Umfang von niemandem praktisch nachvollzogen werden kann und \u00fcberdies <u>den Vermeidungsaspekt vollkommen unber\u00fccksichtigt<\/u> l\u00e4sst. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Zielmarke m\u00fcsste sein, dass nicht mehr als maximal 8% der Waldbodenfl\u00e4che \u00fcberhaupt befahren wer\u00adden und ein angemessener Pferdeeinsatz allm\u00e4hlich diskutiert wird.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorlage der Initiative Waldkritik zum Vor-Ort-Termin am 18.3.2016 bei W\u00fcstenrot Vorlage der Initiative Waldkritik zum Vor-Ort-Termin am 18.3.2016 bei W\u00fcstenrot Ingenieurtechnische Anwendungen sind Grundlage zeitgen\u00f6ssischer Waldwirtschaft. Zum Einsatz ge\u00adlangen Forstspezialmaschinen. Kennzeichnend \u00a0ist ein bodengebundener Einsatz bei einem hohem Eigengewicht und hoher Nutzlast der Maschinen. 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