{"id":1418,"date":"2016-01-31T18:49:07","date_gmt":"2016-01-31T16:49:07","guid":{"rendered":"http:\/\/waldkritik.de\/?p=1418"},"modified":"2016-07-29T15:00:40","modified_gmt":"2016-07-29T13:00:40","slug":"das-pferd-kommt-wieder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/waldkritik.de\/?p=1418","title":{"rendered":"Das Pferd kommt wieder"},"content":{"rendered":"<p>H\u00f6her, weiter, schneller, schwerer? Nein, denn &#8220;small is beautiful&#8221;, so lautet das \u00f6kologische Prinzip. Und das \u00f6kologische Prinzip ist auch gleichbedeutend mit dem \u00f6konomischen Prinzip.<\/p>\n<p>Die Karl Lange-R\u00fcckeschleppe sind eine Holzr\u00fccketechnik der Zukunft!<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/scontent.xx.fbcdn.net\/hphotos-xat1\/v\/t1.0-9\/12644645_893564010760246_647941009877646380_n.jpg?oh=24fe1c057df3084570875f6a44ed679d&amp;oe=573F0195\" alt=\"https:\/\/scontent.xx.fbcdn.net\/hphotos-xat1\/v\/t1.0-9\/12644645_893564010760246_647941009877646380_n.jpg?oh=24fe1c057df3084570875f6a44ed679d&amp;oe=573F0195\" \/><\/p>\n<p>\u00d6konomie hei\u00dft nachhaltiger und haush\u00e4lterischer Umgang mit den verf\u00fcgbaren Naturressourcen. Rendite ist die Umwandlung der Ressource Naturgut in ein Konsumgut, das sich verbraucht. Wir nennen den Vorgang Betriebswirtschaft. Sie ist darauf ausgerichtet, eine Rendite zu erwirtschaften. Das Tauschmittel ist das Geld. Wer mehr Naturgut tauscht, als sich nachhaltig erneuert, verbraucht sein Naturgut und vermindert damit sein Naturkapital. Betriebswirtschaftlich erwirtschaftet er eine Nettobilanz.<\/p>\n<p>Eine Bringungstechnik, die 15 bis 30% der nichterneuerbaren Ressource Boden nachhaltig sch\u00e4digt oder zerst\u00f6rt, ist nicht \u00f6konomisch. Die Harvester-Forwarder-Technik ist weder \u00f6konomisch, noch \u00f6kologisch, noch betriebswirtschaftlich, wenn sie mit 15 bis 25% mehr Waldboden sch\u00e4digt oder zerst\u00f6rt, als unabweisbar notwendig.<\/p>\n<p>Ein Baum braucht hundert und zweihundert Jahre bis zu seiner h\u00f6chsten Wertsch\u00f6pfung. Ein Verwitterungsboden ben\u00f6tigt die sechzigfache Zeit. Holz w\u00e4chst nach, Boden w\u00e4chst nicht nach in historischen Zeitr\u00e4umen.<\/p>\n<p>Das Betriebsmittel Pferd ist im Bringungseinsatz von Waldholz unerreicht \u00f6konomisch und Arbeitsplatz schaffend. Es gibt kaum erf\u00fcllenderes, als das verst\u00e4ndnisvolle Zusammenarbeiten zwischen Mensch und Tier. Pferder\u00fccker wissen das. Sch\u00e4fer wissen das. F\u00f6rster wissen das eigentlich auch, zumindest insoweit sie als J\u00e4ger auch Hundef\u00fchrer sind. Warum wissen sie nichts mehr \u00fcber den \u00f6konomischen Wirkungsraum von Pferd und Mensch? Ist mit der Erfahrung auch das Wissen verloren gegangen? Es sieht wohl so aus.<\/p>\n<p>Das Pferd als ein Relikt nostalgisch verkl\u00e4rter Vergangenheit?<\/p>\n<p>Der heute \u00fcber achtzigj\u00e4hrige Fuhrhalter und Pferder\u00fccker Karl Lange aus Sehlde im Landkreis Wolfenb\u00fcttel hat seit seiner Kindheit ein langes Leben mit Pferden hinter sich. Wenn jemand Erfahrungen verinnerlicht hat, dann dieser Mann. Seine F\u00e4higkeit, praktisch zu denken, Ger\u00e4te zu entwickeln, in denen diese Erfahrungen umgesetzt sind, haben uns zusammengef\u00fchrt &#8211; ihn, den T\u00fcftler und uns F\u00f6rster von der Stiftung Naturlandschaft.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Stiftung, vom BUND in Niedersachsen vor 13 Jahren eingerichtet und von Forstingenieuren gef\u00fchrt stehen Bodenschutz und Dauerwaldentwicklung oben auf der Wertskala.<\/p>\n<p>Karl Lange hat eine R\u00fcckeschleppe erfunden, die dem modernen und zukunftsweisenden Pferdeeinsatz bei der Holzbringung in W\u00e4ldern neue R\u00e4ume er\u00f6ffnet und die vielleicht sogar als eine kleine technische Revolution bezeichnet werden kann.<br \/>\nDie Zweckm\u00e4\u00dfigkeit dieser Schleppe mit ihrer variantenreichen Verfahrenstechnik l\u00f6st Probleme des R\u00fcckebetriebs, die bisher oft ergonomische Grenzen f\u00fcr Pferd und Mensch setzten.<br \/>\nInsbesondere in h\u00e4ngigem Gel\u00e4nde entfaltet sie ihre St\u00e4rken. Das Verfahren l\u00e4sst im optimalen Bereich Gassenabst\u00e4nde von 80 bis 100 m zu.<\/p>\n<p>Die Stiftung Naturlandschaft hat die lizenzierte Produktion \u00fcbernommen. Die Patentanmeldung ist am 20.01.2016 beim Deutschen Patent- und Markenamt eingegangen und tr\u00e4gt das Amtliche Kennzeichen 10 2016 100 858.3.<br \/>\nDie Erfindung lautet: Verfahren zum Beladen einer R\u00fcckevorrichtung und R\u00fcckevorrichtung. Es sind also sowohl das Ger\u00e4t, als auch das Verfahren gesch\u00fctzt. Eine Nachanmeldung im Ausland innerhalb der gesetzten Frist ist beabsichtigt.<br \/>\nProjektleiter sind Stiftungspr\u00e4sident Dipl.Forst-Ing. Karl-Friedrich Weber und Stiftungs-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dipl.Forst-Ing. Marc B\u00f6hles.<\/p>\n<p>Der Projekttr\u00e4ger J\u00fclich-Forschungszentrum hat f\u00fcr das Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Energie nach Vorpr\u00fcfung eine Projektf\u00f6rderung in Form einer &#8220;De-minimis&#8221;-Beihilfe gem\u00e4\u00df Beihilferegelungen der EU-Kommission bewilligt.<\/p>\n<p>Das EZN-Erfinderzentrum Norddeutschland GmbH in Hannover hat die Kosten-Nutzen-Analyse &#8220;Pferde-Holzr\u00fcckeger\u00e4t&#8221; im November 2015 mit folgendem Ergebnis abgeschlossen:<\/p>\n<p>&#8220;Das Bundesamt f\u00fcr Naturschutz (BfN) empiehlt, den Pferdeeinsatz bei der Waldarbeit auszubauen, da dieser dem Einsatz von Maschinen &#8211; bei gemeinsamer Betrachtung der \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Vorteile &#8211; \u00fcberlegen sei. Sinnvoll erscheint es, den Einsatz von Pferden mit einer vern\u00fcnftigen Maschinentechnik zu kombinieren, in dem das geschlagene Holz mit Pferden an die R\u00fcckegasse vorgeliefert und f\u00fcr das Endr\u00fccken mit einem Schlepper weitertransportiert wird.<\/p>\n<p>Zusammenfassend ergeben sich laut BfN durch den Einsatz von Pferden beim Holzr\u00fccken die folgenden \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Vorteile:<br \/>\nweniger R\u00fcckesch\u00e4den im Bestand<br \/>\nSchonung des Waldbodens<br \/>\nweniger Fahrspuren<br \/>\nweniger Emission<br \/>\nbessere Auslastung des Maschineneinsatzes<br \/>\ngeringerer Verlust von Holzbodenfl\u00e4che durch Erh\u00f6hung des R\u00fcckegassenabstandes.&#8221;<\/p>\n<p>Das EZN-Erfinderzentrum kommt zum abschlie\u00dfenden Ergebnis:<\/p>\n<p>&#8221; Da der Erfindungsvorschlag im Vergleich zum Stand der Technik eine effizientere Methode zur Holzbringung dazustellen scheint und angesicht der o.a. Vorteile, ist ein Markt f\u00fcr Ihr Produkt erkennbar.<br \/>\nDaher bewerten wir das Vorhaben als aussichtsreich und bef\u00fcrworten die Durchf\u00fchrung.&#8221;<\/p>\n<p>Wie geht es weiter?<br \/>\nDie Stiftung Naturlandschaft hat eine Metallbaufirma damit beauftragt, die R\u00fcckeschleppe Karl Lange in zun\u00e4chst einer schweren, mittelschweren und leichten Ausf\u00fchrung zu produzieren:<\/p>\n<p>Die schwere Ausf\u00fchrung ist f\u00fcr die Kombination Pferd-Maschine zum R\u00fccken von Stammholz optimiert.<br \/>\nDie mittelschwere Ausf\u00fchrung ist ergonomisch g\u00fcnstig von einer Person (Mann oder Frau) im Durchforstungs- und Bestandespflege-Segment zu handhaben.<br \/>\nDie leichte Ausf\u00fchrung ist f\u00fcr das R\u00fccken von Energie-Schwachholz durch leichte Pferde oder Esel und f\u00fcr Kleinwaldbesitzer mit geringerem Holzanfall besonders geeignet.<\/p>\n<p>Interessenten k\u00f6nnen sich direkt an die Stiftung Naturlandschaft wenden. <a href=\"http:\/\/l.facebook.com\/l.php?u=http%3A%2F%2Fwww.snls.de%2F&amp;h=PAQFfVoHJAQEb7iqIVHzMxSW0Y9Hyx9UPAU1wJcZtxwVPKw&amp;enc=AZO5IglhG17NfhcnfbiIFpv6L1P5Lc35Y8uiaSKWsD4zatcOUts34RoPSQMb-taiI7cSocupqlkK4QlAmKJhvLFk_YbV0qHCUxTzcP-Z6OVlJn4QWOePAsAfGlq81ztVFEqGATJF8-kNGUZxeAAKepApapmJKe7PsdrBF5KnuLm92amkCmYLHqPmcRFEHik011EXdnoWJqtt1Napze0nJvX1&amp;s=1\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">www.snls.de<\/a> E-Mail: stiftung@snls.de oder kweberbund@aol.com<\/p>\n<p>funk B\u00f6hles: 0170 730 4093<br \/>\nfunk Weber: 0171 893 8311<\/p>\n<p>Foto: Karl-Friedrich Weber<\/p>\n<p>die Karl-Lange-R\u00fcckeschleppe (Bild 1) und ihr 82j\u00e4hriger Erfinder Karl-Lange aus Sehlde (Bild 2), Werkzeugmacher J\u00fcrgen Thriene vom BUND Helmstedt (Bild 3 links) und Stiftungsgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dipl.Forst-Ing. Marc B\u00f6hles (im Bild rechts)<\/p>\n<p>Die Schleppe wird vom Pferd vor den Stamm gezogen und aufgerichtet. Der Stamm wird aufgerichtet, angeh\u00e4ngt und zieht sich beim Anzug durch das Pferd selbst auf die Schleppe. Die Schleppe hat Kufen, die eine gute F\u00fchrung gew\u00e4hrleisten und die Haftreibung weiter vermindern. Mittels einer Hebelvorrichtung l\u00e4sst sich der Stamm am Maschinenweg ausklinken.<br \/>\nEine zwischen Pferdegeschirr und Schleppe zwischengeschaltete starke Zugfeder (nicht auf den Fotos dargestellt) puffert beim Anzug die Energie ab und schont dadurch Pferd und Material.<\/p>\n<p>Siehe auch: <a href=\"https:\/\/de-de.facebook.com\/Koenigslutter\/posts\/893568404093140\" target=\"_blank\">https:\/\/de-de.facebook.com\/Koenigslutter\/posts\/893568404093140<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>H\u00f6her, weiter, schneller, schwerer? Nein, denn &#8220;small is beautiful&#8221;, so lautet das \u00f6kologische Prinzip. 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