{"id":334,"date":"2014-11-02T11:40:21","date_gmt":"2014-11-02T09:40:21","guid":{"rendered":"http:\/\/waldkritik.de\/?p=334"},"modified":"2014-11-03T22:20:07","modified_gmt":"2014-11-03T20:20:07","slug":"2-gespraechsrunde-zum-thema-schoenbuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/waldkritik.de\/?p=334","title":{"rendered":"2. Gespr\u00e4chsrunde zum Thema Naturpark Sch\u00f6nbuch"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Freunde der <strong>Initiative \u201eWaldkritik\u201c<\/strong>, am 17. Oktober 2014 fand in T\u00fcbingen-Bebenhausen bei der <em>Forstdirektion des Regierungs- Pr\u00e4sidiums<\/em> von 13.00 Uhr bis 15.30 Uhr die <em>2. Gespr\u00e4chsrunde zu den Themen forstliche Bewirtschaftung und Bodenschutz, Schutzgebiete und Weiterentwicklung der Besucherlenkung im Naturpark Sch\u00f6nbuch<\/em> statt. Unsere Initiative war mit drei Teilnehmern anwesend. Aus diesem Grund m\u00f6chten wir hier f\u00fcr alle Interessierten nicht nur \u00fcber die Inhalte der Gespr\u00e4chsrunde berichten, sondern auch \u00fcber weitergehende Fragestellungen,\u00a0 die sich f\u00fcr uns Teilnehmer im Nachgang des Treffens in der Diskussion noch ergeben haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eingeladen hatte der Leiter der Abt. Forstdirektion des RP T\u00fcbingen, <em>Martin Strittmatter<\/em>. Circa 50 Personen &#8211; darunter MdL Dr. Bernd Murschel, ca. 35 F\u00f6rsterinnen und F\u00f6rster aus dem Sch\u00f6nbuch unter ihnen die Leiter der Kreisforst\u00e4mter und viele Revierleiter sowie Angeh\u00f6rige der Forstdirektion und des MLR, Vertreter der Holzeinschlagsunternehmer und Holzr\u00fccker, der Holzwirtschaft, der B\u00fcrgerinitiativen zum Schutz des Sch\u00f6nbuch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das <em>Einf\u00fchrungsreferat hielt Graf G\u00f6tz v. B\u00fclow<\/em>, stellvertretender Leiter der Abt. Forst des LRA T\u00dc. Er erl\u00e4uterte den Nichtfachleuten die alle 10 Jahre stattfindende <strong>&#8220;Waldinventur&#8221;<\/strong>, bei der der Zustand des Waldes m\u00f6glichst vollst\u00e4ndig erfa\u00dft werden soll, da hierauf die waldbauliche Planung (Forsteinrichtung) aufgebaut werde. \u00dcber permanente Stichprobenpunkte werden z.B der Holzvorrat, der Holzzuwachs und weitere Zustandsdaten wie\u00a0 z.B. der Wildverbi\u00df oder Bodensch\u00e4den erfasst. Allerdings wird der Umfang der Bodensch\u00e4den im Gegensatz zum Wildverbi\u00df nicht festgehalten, erfasst wird lediglich \u201evorhanden\u201c oder \u201enicht vorhanden\u201c, hier halten wir es f\u00fcr dringend erforderlich auch die Art und die Schwere der Bodensch\u00e4den zu erfassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ziel der waldbaulichen Planung sei es z.B. die Holznutzung nachhaltig zu gestalten<\/em>, also jedes Jahr nicht mehr Holz einzuschlagen als jedes Jahr nachw\u00e4chst. Nach diesem\u00a0 Konzept werden W\u00e4lder des Naturparks, soweit sie dem Staat oder Kommunen geh\u00f6ren, behandelt. Auf Nachfrage der Initiative &#8220;Waldkritik&#8221; erl\u00e4uterte Graf G\u00f6tz v. B\u00fclow, da\u00df die Erfassung des Waldzustands sowohl Staats-, wie Gemeinde und Privatwaldanteile umfasse. Leider konnte der Referent die Planung und den Vollzug des Holzeinschlags nicht mit konkreten Zahlen belegen. Auf Nachfrage sagte er, dies sei bei der Vielzahl der Waldbesitzer im Sch\u00f6nbuch nicht ohne weiteres m\u00f6glich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Martin Strittmatter informierte anschlie\u00dfend \u00fcber die im Sch\u00f6nbuch zur Anwendung kommenden Holzernteverfahren<\/em> und \u00fcber die dabei auftretenden Schwierigkeiten und Probleme:<br \/>\nRund <strong>80 % des Holzeinschlages werde an Unternehmer vergeben<\/strong> und erfolge \u00fcberwiegend maschinell. Der Rest werde in Eigenregie abgewickelt. Die Konsequenzen, die sich aus dieser schwerwiegenden Aussage ergeben, wurden unserer Meinung nach im weiteren Verlauf zu wenig angesprochen. Es wurde lediglich von Unternehmern und F\u00f6rstern darauf hingewiesen, da\u00df die hohen Investitionen auf Seiten der Unternehmen zu einer gewissen Tr\u00e4gheit bei den M\u00f6glichkeiten von kurzfristiger Ver\u00e4nderung f\u00fchre, f\u00fcr die man um Verst\u00e4ndnis bat.<br \/>\nUnserer Meinung nach ergibt sich aus der Sachzwanglogik des Erntesystems ( 80 % des Holzeinschlages werde an Unternehmer vergebe!) eben ganz konsequent das Ausma\u00df der <strong>Bodensch\u00e4den<\/strong>, hier sollte deshalb unserer Meinung nach ein Umdenken stattfinden,\u00a0 in einem ersten Schritt sollten die Sanierungskosten bei den Ausschreibungen ber\u00fccksichtigt werden, wobei der Forst BW nicht einfach die Kosten den Unternehmen r\u00fcckbelasten sollte, sondern durch ausk\u00f6mmlicherer Entlohnung\u00a0 der Unternehmen, das Entstehen solcher Schattenkosten von vorneherein\u00a0 zu vermeiden. In der Konsequenz w\u00fcrde das zwar die Holzpreise verteuern, m\u00fc\u00dfte aber unserer Meinung nach mit R\u00fccksicht auf eine \u00f6kologisch bessere Erntequalit\u00e4t hingenommen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Zusammenhang hatten wir in der<strong> Tischvorlage<\/strong> darauf hingewiesen, da\u00df eine Zertifizierung der beauftragten Unternehmen noch kein Garant ist, f\u00fcr hohe, \u00f6kologisch akzeptable Qualit\u00e4t (siehe unseren letzten Beitrag!).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An einer <a title=\"\u00dcbersichtskarte\" href=\"https:\/\/waldkritik.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Karte_NP_Schoenbuch_Forstliche_Nutzung_Winter-SW-OPT.pdf\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #0000ff;\"><strong><em>\u00dcbersichtskarte zur Ernteplanung 2014\/2015<\/em><\/strong><\/span><\/a> erl\u00e4uterte Herr Strittmatter den geplanten Holzeinschlag der jetzt kommenden Saison und wie das eingeschlagene Holz an die befestigten Waldwege anger\u00fcckt werde. Danach spielt der Einsatz von Pferden praktisch keine Rolle mehr. Die maschinelle Vorlieferung ist das \u00fcbliche Verfahren. Sie erfolgt mit 4-Radmaschinen und in letzter Zeit vermehrt auch mit 6\/8 Radmaschinen, die &#8211; um den Bodendruck zu vermindern &#8211; verst\u00e4rkt mit B\u00e4ndern ausgestattet werden sollen. Insbesondere an H\u00e4ngen komme unter Umst\u00e4nden auch die teurere, bodenschonende Seilkrantechnik zum Einsatz. Auch hier sind wir wieder der Meinung, da\u00df man mit oberster Priorit\u00e4t auf bodenschonende Technik setzen sollte, auch wenn sie teurer ist!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr den Staatswald gelte seit dem <strong>1. Januar 2014<\/strong> die <strong>neue Feinerschlie\u00dfungsrichtlinie<\/strong>. Danach d\u00fcrfen die Waldb\u00f6den nur auf R\u00fcckegassen, die einen Mindestabstand von 20\/40 m haben m\u00fcssen, befahren werden. Die Gassen d\u00fcrfen nicht befestigt werden\u00a0 und sind dauerhaft zu kennzeichnen. Wobei alte R\u00fcckegassen &#8211; mit teils deutlich k\u00fcrzerem Abstand &#8211; weiter befahren werden sollen. Die Fahrspurtiefe d\u00fcrfe 40 cm nicht \u00fcberschreiten (andere Forstspezialisten wie Nikolaus Nemesthoty geben die Grenze f\u00fcr Bodensch\u00e4den mit 10 cm an!). Sei dies der Fall m\u00fcssten die R\u00fcckearbeiten sofort eingestellt werden.<br \/>\nWie dies in der Praxis (besonders in Zeiten des Klimawandels und milden Wintern) bei den enormen Kosten der Unternehmen auf Dauer geschehen k\u00f6nnte, wurde nur mit dem lapidaren Hinweis abgetan, die Unternehmen w\u00fcrden bei ungeeignetem Wetter wieder Heim geschickt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Auffassung von \u201eWaldkritik\u201c mu\u00df die <em>neue Feinerschlie\u00dfungsrichtlinie auf den Pr\u00fcfstand<\/em>, da sie die Einlegung von R\u00fcckegassen auch auf Standorten vorsieht, die aus Gr\u00fcnden des Bodenschutzes nicht befahren werden k\u00f6nnen, auf einigen Standorten auch noch mit engeren Abst\u00e4nden als in der vorhergegangenen Richtlinie von 2003. Die Richtlinie zur Feinerschlie\u00dfung , die nicht nur im Staatswald, sondern auch in den von ForstBW bewirtschafteten W\u00e4ldern anscheinend konsequent umgesetzt wird, wird als Aufforderung und Blankoscheck zur Waldverw\u00fcstung gesehen. Die Bewertung von FSC wird mit Spannung erwartet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwar r\u00e4umte Herr Strittmatter ein, dass es in der Vergangenheit bei der Holzernte zu mehr oder weniger (?) gro\u00dfen Bodensch\u00e4den gekommen sei. Dies sei nicht zuletzt auf die mit dem Klimawandel zusammenh\u00e4ngenden milden Winter ohne Bodenfrost und den hohen Anteil von\u00a0 Weichb\u00f6den im Sch\u00f6nbuch zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die Forstverwaltung werde sich bem\u00fchen, diese Sch\u00e4den k\u00fcnftig soweit wie m\u00f6glich zu vermeiden. Man wolle deshalb die im Wald zum Einsatz kommenden Radmaschinen vermehrt mit B\u00e4ndern ausstatten, den Seilkraneinsatz beim Holzr\u00fccken verst\u00e4rken und auch pr\u00fcfen, inwieweit es m\u00f6glich ist, einen Teil des Holzes wieder mit Hilfe von Pferden anzur\u00fccken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unserer Meinung nach wurden die h\u00e4ufige Hinweis w\u00e4hrend der Gespr\u00e4chsrunde auf die Ver\u00e4nderungen bei der Holzernte durch den Klimawandel nicht korrekt als<strong> Ver\u00e4nderungen der Pr\u00e4missen f\u00fcr die Holzernte<\/strong> diskutiert, denen man z.B. f\u00fcr den Bodenschutz dringend Rechnung tragen m\u00fc\u00dfte, sondern<em> lediglich als Entschuldigung f\u00fcr eigenes Fehlverhalten verwendet<\/em>. Auch hier sollte unserer Meinung nach ein Umdenken stattfinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Begr\u00fc\u00dft wurde von Herrn Strittmatter , dass sich auch die <em>Fachhochschule Rottenburg<\/em> mit dem Thema besch\u00e4ftigen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Vertreter der B\u00fcrgerinitiativen dankten f\u00fcr das Zustandekommen des Treffens. In der Diskussion verwiesen sie auf die in der Vergangenheit entstandenen Sch\u00e4den in vielen W\u00e4ldern des Landes, die &#8211; insbesondere in dem vielbesuchten Naturpark Sch\u00f6nbuch &#8211; nicht hinnehmbar seien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Erlass der Feinerschlie\u00dfungsrichtlinie wurde von den anwesenden F\u00f6rstern weitgehend begr\u00fc\u00dft. Allerdings sei sie nur f\u00fcr den Staatswald (24% der Waldfl\u00e4che in BW) verbindlich. Dar\u00fcber hinaus seien einige ihrer Vorschriften leider nicht zielf\u00fchrend. So wird bezweifelt, ob eine Fahrspurtiefe von 40 cm noch hinnehmbar sei, denn R\u00fcckegassen mit so tiefen Fahrspuren seien f\u00fcr k\u00fcnftiges Holzanr\u00fccken wohl kaum noch brauchbar.\u00a0 F\u00fcr uns stellte sich deshalb in der Nachbesprechung die Frage, ob das R\u00fcckegassenkonzept in der Zukunft \u00fcberhaupt zielf\u00fchrend sein k\u00f6nne.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die <em>Befestigung der Einm\u00fcndungen der R\u00fcckegassen<\/em> in die Waldwege (z.T. sogar bis zu 150 m lange Abschnitte in den R\u00fcckegassen selbst) mit ortsfremden Wackersteinen, wie sie inzwischen an vielen Orten praktiziert werde, wurde kritisiert. Hier wurde vom Forst BW allerdings argumentiert, da\u00df dies \u00f6kologisch keine Nachteile mit sich bringen w\u00fcrde, da die Steinbefestigungen, wie Herr Strittmatter ausf\u00fchrte innerhalb von 1 bis 2 Jahren wieder zugewachsen seien. Graf G\u00f6tz v. B\u00fclow erg\u00e4nzte, die Auff\u00fcllung der Maschinenwege auf l\u00e4ngeren Strecken sei bereits weitgehend abgeschlossen, diesbez\u00fcglich k\u00e4me nur noch wenig Neues hinzu. Auf die Ver\u00e4nderungen in tieferen Bodenschichten bzgl. der \u00f6kologischen Funktionalit\u00e4t wurde nicht weiter eingegangen, die Endg\u00fcltigkeit des Bodenverlustes in den R\u00fcckegassen durch die Befestigung wurde nicht angesprochen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und schlie\u00dflich wurde darauf hingewiesen, dass W\u00e4lder, die systematisch im Abstand von 40 m mit R\u00fcckegassen \u00fcberzogen werden, wobei die Abst\u00e4nde nur maschinenbedingt nicht aber standortbedingt festgelegt werden, viel von ihrer nat\u00fcrlichen Sch\u00f6nheit und geheimnisvollen Urspr\u00fcnglichkeit verlieren. Unserer Meinung nach sollte verst\u00e4rkt beim Anlegen der R\u00fcckegassen auf die Bodenbeschaffenheiten R\u00fccksicht genommen werden. Auch der Fl\u00e4chenverbrauch durch das R\u00fcckegassennetz und die in Zeiten des Klimawandels dringend notwendige \u00f6kologische Funktionalit\u00e4t von Waldboden und Wald wurde gar nicht angesprochen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Forstleute f\u00fchlten sich in der Mehrzahl von ihren Kritikern zu unrecht angegriffen. Sie verwiesen auf die gro\u00dfe wirtschaftliche und \u00f6kologische Bedeutung des Rohstoffes Holz, deren Ernte sie zu organisieren h\u00e4tten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Beim derzeitigen Stand der Holzerntetechnik und unter den derzeitigen Witterungsbedingungen (Ausbleiben des Winterfrostes) seien Bodensch\u00e4den unvermeidlich. Wolle man sie vermeiden, m\u00fcsse man an vielen Orten auf den Holzeinschlag verzichten, was jedoch nicht ernsthaft in Betracht komme.<\/em> Wobei unserer Meinung nach, gerade der <strong>Verzicht auf die Holzernte<\/strong> bei ungeeigneten Bedingungen dringend geboten ist. Auch erkl\u00e4rten einige der Anwesenden, dass die entstandenen R\u00fcckesch\u00e4den auch f\u00fcr sie ein ernstes Problem und auf Dauer nicht hinnehmbar seien. Vorgeschlagen wurde unter anderem k\u00fcnftig mit kleineren, weniger schweren Maschinen zu arbeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die anwesenden R\u00fcckeunternehmer und die Vertreter der Holzindustrie schlossen sich den Argumenten der Forstleute vor Ort an, wobei ein R\u00fcckeunternehmer eindrucksvoll schilderte, wie sehr seine Arbeit auf Widerspruch und Unverst\u00e4ndnis bei vielen Waldbesuchern sto\u00dfe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Harald Kunz von unserer Initiative \u201cWaldkritik\u201d brachte \u2013 als Anregung f\u00fcr einen grunds\u00e4tzlichen Perspektivenwechsel \u2013 einen m\u00f6glichen Anschlusstermin ein, zu dem Herr Dr. F\u00e4hser, ehemals Leitender Forstdirektor des Stadtwaldes L\u00fcbeck, heute Mitglied des Vorstandes von FSC Deutschland, zu einem Vortrag \u00fcber das Thema Waldbau und Bodenschutz eingeladen werden k\u00f6nnte.<br \/>\nDie anwesenden F\u00f6rster \u00e4u\u00dferten sich jedoch <em>grunds\u00e4tzlich ablehnend<\/em> zu Anregungen aus anderen Regionen und Bundesl\u00e4ndern kompetente Gespr\u00e4chspartner einzuladen, da das momentan neu f\u00fcr den Sch\u00f6nbuch entwickelte Bewirtschaftungskonzept aus ihrer Sicht zun\u00e4chst erprobt und intern anhand eigener Erfahrung weiterentwickelt werden sollte. F\u00fcr uns stellte sich die Frage, ob es wirklich ein spezielles Konzept f\u00fcr den Sch\u00f6nbuch gebe oder ob nicht vielmehr das allgemeine Konzept des Forst BW auf den Sch\u00f6nbuch \u00fcbertragen werde.<br \/>\nGemeinsam mit der Initiative &#8220;Sch\u00fctzt den Sch\u00f6nbuch&#8221; sind wir allerdings der Meinung, dass die regionale Forstverwaltung im Sch\u00f6nbuch &#8211; unabh\u00e4ngig von der spezifischen, zugegebenerma\u00dfen schwierigen Bodenbeschaffenheit und dem in Teilen neuen Konzept, das nun umgesetzt wird &#8211; sich offen zeigen sollte f\u00fcr Anregungen von Au\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Abschluss k\u00fcndigte Abteilungsleiter Martin Strittmatter an, dass er zu gegebener Zeit erneut zu einer \u00e4hnlichen Gespr\u00e4chsrunde einladen werde und bedankte sich bei den Teilnehmern f\u00fcr ihr Kommen und nicht zuletzt bei MdL Dr. Bernd Murschel f\u00fcr sein fortdauerndes Interesse am Wald und am Naturpark Sch\u00f6nbuch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus Sicht der Initiative &#8220;Waldkritik&#8221;, wurden in der Gespr\u00e4chsrunde &#8211; die tempor\u00e4r eher einer Werbeveranstaltung des Forst BW glich (was auch durch die \u00fcberproportionale Anwesenheit der Sch\u00f6nbuch F\u00f6rster zu standen kam) zu wenig grunds\u00e4tzliche Fragestellungen zugelassen. Auf die Tischvorlage unserer Initiative &#8220;Waldkritik&#8221; (siehe entsprechend den letzten Beitrag), die eine Woche vor dem Termin an die bekannten Teilnehmer versand wurde, gingen die Anwesenden allenfalls marginal ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">U.a. wurde von den F\u00f6rstern Pr\u00e4missen als allgemeiner Konsens reklamiert, die man so gar nicht stehen lassen kann. Wenn sich z.B. durch den Klimawandel auch die Holzerntebedingungen \u00e4ndern (Ausbleiben von Frost\/Befahrbarkeit der R\u00fcckegassen) m\u00fc\u00dfte gefragt werden, ob unter solchen Bedingungen \u00fcberhaupt noch geerntet werden soll, diese Infragestellung wurde aber von den F\u00f6stern grunds\u00e4tzlich abgelehnt, bzw. auf die Politik verwiesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Konsequenz wurde immer wieder vom Forst BW darauf hingewiesen, da\u00df das Heil f\u00fcr den Bodenschutz nur in einer <em>Verbesserung der Technik<\/em> liegen k\u00f6nnte, hier haben wir als Initiative &#8220;Waldkritik&#8221; allerdings die an diese Strategie unmittelbar anschlie\u00dfende Fragestellung vermi\u00dft, wonach ja eine Verbesserung der Technik mit enormen Kosten f\u00fcr die beauftragten Unternehmen verbunden ist und somit ein enormer Druck f\u00fcr die Unternehmen entsteht, durch das riesige Investitionsvolumen auch entsprechende Holzmengen einzuschlagen und m\u00f6glichst auch bei jeder Witterung &#8211; also auch bei ungeeigneter &#8211; zu ernten. Die <strong>Sachzwanglogik<\/strong>, die sich aus den immer gr\u00f6\u00dfer werdenden Investition f\u00fcr modernere Technik ergibt, wurde unserer Meinung nach einfach nicht angesprochen, w\u00e4re aber dringend zu diskutieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf den Interessenkonflikt zwischen den Richtlinien des Forst BW und der beauftragen Unternehmen wurde unserer Meinung nach viel zu wenig eingegangen. Hier wurde gro\u00dfe Einigkeit der Vertragsparteien demonstriert, die wir als Initiative &#8220;Waldkritik&#8221; allerdings allein schon aus betriebswirtschaftlichen Gr\u00fcnden bezweifeln. Gro\u00dfe Investitionen und gro\u00dfe variable Kostenbl\u00f6cke ziehen in der Konsequenz immer gro\u00dfe Ertr\u00e4ge nach sich, zum einen kann ein Unternehmen, wenn es aufgrund ungeeigneter Witterung immer wieder seine Arbeit abbrechen mu\u00df, nicht kostendeckend arbeiten, ist also gezwungen auch bei ungeeigneter Witterung zu arbeiten, zum anderen setzen gro\u00dfe Technikinvestitionen gro\u00dfe Holzmengen voraus bzw. ziehen diese nach sich, die sich dann bei den immer gr\u00f6\u00dfer werden Maschinen nicht alleine an nachhaltigen Gesichtspunkten mehr orientieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach unserem Daf\u00fcrhalten wurde dieser zentrale Zusammenhang \u00fcberhaupt nicht angesprochen, zwar wurde von einigen F\u00f6rstern im Zusammenhang mit dem Bodenschutz die Frage in den Raum gestellt, ob man nicht auch wieder auf kleinere Erntemaschinen zur\u00fcckgehen sollte oder andere bodenschonendere Verfahren einsetzen k\u00f6nnte, solide er\u00f6rtert wurde dieser Themenkomplex aber nicht, die wirtschaftlichen Zusammenh\u00e4nge wurden \u00fcberhaupt nicht angesprochen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Fragestellung eines Vertreters der S\u00e4gewerksindustrie, der beklagte, da\u00df es im letzten milden Winter durch den zu geringen Holzeinschlag in der Holzwirtschaft zu starken Engp\u00e4ssen gekommen sei, wurde nicht weiter aufgegriffen, augenscheinlich passte diese Aussage nicht in das Marketingkonzept des Forst BW, das an diesem Nachmittag pr\u00e4sentiert werden sollte. Aber genau in den z.T. sehr unterschiedlichen Interessenlagen aller Beteiligten liegt unserer Meinung nach der Knackpunkt, dieser wurde allerdings von den Veranstaltern sorgf\u00e4ltig umschifft!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Freunde der Initiative \u201eWaldkritik\u201c, am 17. Oktober 2014 fand in T\u00fcbingen-Bebenhausen bei der Forstdirektion des Regierungs- Pr\u00e4sidiums von 13.00 Uhr bis 15.30 Uhr die 2. Gespr\u00e4chsrunde zu den Themen forstliche Bewirtschaftung und Bodenschutz, Schutzgebiete und Weiterentwicklung der Besucherlenkung im Naturpark Sch\u00f6nbuch statt. Unsere Initiative war mit drei Teilnehmern anwesend. Aus diesem Grund m\u00f6chten wir &hellip; <a href=\"https:\/\/waldkritik.de\/?p=334\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">2. 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