{"id":352,"date":"2014-11-10T20:42:16","date_gmt":"2014-11-10T18:42:16","guid":{"rendered":"http:\/\/waldkritik.de\/?p=352"},"modified":"2014-11-10T20:45:03","modified_gmt":"2014-11-10T18:45:03","slug":"grundlagen-fuer-den-vorsorgenden-bodenschutz-bei-der-holzernte-im-landesforst-brandenburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/waldkritik.de\/?p=352","title":{"rendered":"Grundlagen f\u00fcr den vorsorgenden Bodenschutz bei der Holzernte im Landesforst Brandenburg"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Freunde der Initiative &#8220;Waldkritik&#8221;,<br \/>\nauf diesem Weg m\u00f6chte wir gerne noch mal alle an den Vortrag von <strong>Martin Gr\u00fcll<\/strong> (Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde) am <strong>27. November 2014<\/strong>, um <strong>19:00<\/strong> Uhr in der <em>Hochschule f\u00fcr Forstwirtschaft Rottenburg<\/em> erinnern.<\/p>\n<p>Herr Gr\u00fcll wird \u00fcber das Thema <strong>\u201eVorsorgender Bodenschutz beim Einsatz von Holzerntetechnik\u201c<\/strong> sprechen.<\/p>\n<p>Zur Vorbereitung dieses Vortrags ver\u00f6ffentlichen wir hier nochmals den Beitrag von Martin Gr\u00fcll \u00fcber vorsorgenden Bodenschutz bei der Holzernte im Landesforst Brandenburg:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Einsatz moderner Holzerntetechnik ist immer mit dem Risiko unbeabsichtigter Nebenwirkungen verbunden. Neben dem Schutzgut Boden ist in zunehmendem Ma\u00dfe auch die Integrit\u00e4t von Arten, Biotopen und Lebensr\u00e4umen betroffen. Bei der Auswahl geeigneter Holzernteverfahren m\u00fcssen daher neben technischen und wirtschaftlichen auch \u00f6kologische Kriterien beachtet werden.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_355\" aria-describedby=\"caption-attachment-355\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/waldkritik.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/lfe_bodenschutzholzernte_abb1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-355 size-full\" src=\"https:\/\/waldkritik.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/lfe_bodenschutzholzernte_abb1.jpg\" alt=\"lfe_bodenschutzholzernte_abb1\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-355\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 1: &#8220;In der Harmonie aller im Wald wirkenden Kr\u00e4fte liegen das R\u00e4tsel und der Erfolg der forstlichen Produktion&#8221; (Karl Gayer, 1822 &#8211; 1907). (Foto: kwf-tagung.org, 2012)<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"p\" style=\"text-align: justify;\">\u00c4hnlich wie die Bewirtschaf-tungszielsetzung variiert auch die individuelle Bodenschutzmotivation der verschiedenen Waldeigen-t\u00fcmer. Daher m\u00fcssen f\u00fcr unterschiedliche Vorsorgestufen (minimale, erh\u00f6hte, optimale Vorsorge) operationale Entschei-dungshilfen gegeben werden.<\/p>\n<p class=\"p\" style=\"text-align: justify;\">Die Erweiterung der konven-tionellen forsttechnischen Stand-ortsklassifizierung um eine Wertklassifizierung nat\u00fcrlicher Bodenfunktionen (Produktion, Lebens-raum, Regelung) bietet die M\u00f6glichkeit zur Ber\u00fccksichtigung unterschiedlich motivierter Bodenschutzinteressen bei technischen Entscheidungen. Mit diesem methodischen Ansatz k\u00f6nnen f\u00fcr jeden Waldstandort Empfehlungen f\u00fcr Feinerschlie\u00dfung, Maschinenbefahrung und Holzernteverfahren gegeben werden, die eine Risikominimierung beim Forsttechnikeinsatz erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p class=\"p\" style=\"text-align: justify;\">Der Landesbetrieb Forst Brandenburg (LFB) hat sich auf dieser Grundlage zu Grunds\u00e4tzen des vorbeugenden Bodenschutzes beim Einsatz von Holzerntetechnik in den Landesforsten (rund 280.000 ha) verpflichtet.<\/p>\n<h4 class=\"heading\" style=\"text-align: justify;\">1. Bodenpfleglichkeitsstrategien<\/h4>\n<p class=\"p\" style=\"text-align: justify;\">Die mit der zunehmenden Mechanisierung der Forstwirtschaft verbundenen Risiken und Nebenwirkungen und das dadurch verursachte, boden\u00f6kologische Gef\u00e4hrdungspotenzial sind im Wesentlichen bekannt. Auf Grundlage der vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse k\u00f6nnen Bodenpfleglichkeitsstandards definiert werden, um das Eintreten sch\u00e4dlicher Bodenver\u00e4nderungen zu vermeiden oder unvermeidbare Bodensch\u00e4den zu verringern. Je nach Auspr\u00e4gung der Bodenschutzmotivation und des Vorsorgedenkens k\u00f6nnen drei Stufen des vorsorgenden Bodenschutzes unterschieden werden.<\/p>\n<h5 class=\"heading\" style=\"text-align: justify;\">1.1 Mindestvorsorge<\/h5>\n<p class=\"p\" style=\"text-align: justify;\">Die Grunds\u00e4tze des Bodenschutzrechts verpflichten alle Bodenbewirtschafter zur Vorsorge gegen nachteilige Einwirkungen und zur Abwehr sch\u00e4dlicher Bodenver\u00e4nderungen. Hierunter fallen auch physikalische Bodenstruktursch\u00e4den (Bodenverdichtungen), die durch den Einsatz von Forstmaschinen verursacht werden. Das Bodenschutzrecht trifft jedoch keine Detailregelungen f\u00fcr die forstwirtschaftliche Bodennutzung, sondern verweist auf den Regelungsvorrang des Forstrechts f\u00fcr den Bodenschutz im Wald.<\/p>\n<p class=\"p\" style=\"text-align: justify;\">Im Forstrecht des Bundes und der L\u00e4nder werden mit den Grunds\u00e4tzen ordnungsgem\u00e4\u00dfer Forstwirtschaft bestimmte, deklaratorische Anforderungen an die nachhaltige, pflegliche und sachgem\u00e4\u00dfe Waldbewirtschaftung gestellt. Von unmittelbarer Bedeutung f\u00fcr den Bodenschutz beim Forstmaschineneinsatz sind folgende Grunds\u00e4tze:<\/p>\n<ul class=\"disc\" style=\"text-align: justify;\">\n<li>Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit<\/li>\n<li>Erhaltung der nat\u00fcrlichen Bodenfunktionen<\/li>\n<li>Boden- und bestandesschonende Bewirtschaftung unter Ber\u00fccksichtigung der nat\u00fcrlichen Lebensr\u00e4ume von Tier- und Pflanzenarten<\/li>\n<li>Bedarfsgerechte, naturschonende Walderschlie\u00dfung unter Ber\u00fccksichtigung des Landschaftsbildes und der Waldfunktionen<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"p\" style=\"text-align: justify;\">Zur Umsetzung dieser forsttechnisch relevanten Bodenschutzvorgaben formuliert das Forstrecht keine expliziten Gebote und Verbote. Damit wird die rechtliche Beurteilung von Grundsatzverst\u00f6\u00dfen erheblich erschwert bzw. unm\u00f6glich gemacht. Obwohl es nicht gelungen ist rechtlich verbindliche Qualit\u00e4tsstandards f\u00fcr den bodenschonenden Forstmaschineneinsatz durchzusetzen, zeichnet sich in der Forstpraxis folgender Mindeststandard ab:<\/p>\n<ul class=\"disc\" style=\"text-align: justify;\">\n<li>Unterlassung der fl\u00e4chigen Befahrung auf sensiblen Feucht- und Nassstandorten<\/li>\n<li>Maschinenbefahrung bei der Bestandespflege auf festen Fahrgassen<\/li>\n<li>Einhaltung des nach dem derzeitigen Stand der Technik m\u00f6glichen Mindestgassenabstands (doppelte Kranreichweite = 20 m)<\/li>\n<li>Reisigarmierung der Fahrgassen bei der vollmechanisierten Holzernte zur Verringerung von Gassensch\u00e4den<\/li>\n<\/ul>\n<h5 class=\"heading\" style=\"text-align: justify;\">1.2 Erh\u00f6hte Vorsorge<\/h5>\n<p class=\"p\" style=\"text-align: justify;\">Zur Gew\u00e4hrleistung einer gegen\u00fcber der konventionellen Forstwirtschaft erh\u00f6hten Bodenschutzvorsorge werden in den Standards der Forstzertifizierung (PEFC, FSC) explizite Gebote und Verbote f\u00fcr den Forsttechnikeinsatz formuliert. Trotz Formulierungsunterschieden der einzelnen Systeme sind folgende Merkmale f\u00fcr die erh\u00f6hte Bodenschutzvorsorge der zertifizierten Forstwirtschaft kennzeichnend:<\/p>\n<ul class=\"disc\" style=\"text-align: justify;\">\n<li>Grunds\u00e4tzliches Verbot der fl\u00e4chigen Maschinenbefahrung bei der Holzernte<\/li>\n<li>Gebot der ausschlie\u00dflichen Maschinenbefahrung auf festgelegten Fahrgassen<\/li>\n<li>Eingeschr\u00e4nktes Verbot der fl\u00e4chigen Maschinenbefahrung au\u00dferhalb der Holzernte<\/li>\n<li>Gebot der systematischen Feinerschlie\u00dfung der Waldbest\u00e4nde<\/li>\n<\/ul>\n<ul class=\"disc\" style=\"text-align: justify;\">\n<li>Gebot der schonenden Gassenbefahrung<\/li>\n<li>Zeitliche Befahrungseinschr\u00e4nkung m\u00f6glichst auf Trocken- oder Frostperioden<\/li>\n<li>Festlegung von Mindestgassenabst\u00e4nden in zwei Restriktionsvarianten:<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"p\" style=\"text-align: justify;\">a) Obligat 40 m Gassenabstand auf allen Standorten oder<\/p>\n<p class=\"p\" style=\"text-align: justify;\">b) Obligat 20 m Gassenabstand auf allen Standorten und fakultativ 40 m auf empfindlichen Standorten<\/p>\n<ul class=\"disc\" style=\"text-align: justify;\">\n<li>Vorgabe bestimmter, technischer Auflagen f\u00fcr Forstmaschinen<\/li>\n<li>Bevorzugte Auftragsvergabe an zertifizierte Forstunternehmen<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"p\" style=\"text-align: justify;\">Da die wirtschaftlichen Interessen der Waldeigent\u00fcmer Ber\u00fccksichtigung finden m\u00fcssen, k\u00f6nnen \u00fcber die Forstzertifizierung keine absoluten Ziele verwirklicht werden. Trotz Kontrollen und Sanktionen kommt es auch in zertifizierten Forstbetrieben zu vermeidbaren Bodensch\u00e4den beim Forstmaschineneinsatz.<\/p>\n<h5 class=\"heading\" style=\"text-align: justify;\">1.3 Optimalvorsorge<\/h5>\n<figure id=\"attachment_356\" aria-describedby=\"caption-attachment-356\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/waldkritik.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/lfe_bodenschutzholzernte_abb1a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-356\" src=\"https:\/\/waldkritik.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/lfe_bodenschutzholzernte_abb1a.jpg\" alt=\"Abb. 2: Vorbeugender Bodenschutz bei der Holzernte setzt einen h\u00f6heren Planungsaufwand voraus. (Foto: LFB)\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-356\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 2: Vorbeugender Bodenschutz bei der Holzernte setzt einen h\u00f6heren Planungsaufwand voraus. (Foto: LFB)<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"p\" style=\"text-align: justify;\">Im L\u00d6WE-Programm (1991) f\u00fcr die nieders\u00e4chsischen Landesforsten findet sich in Grundsatz 13 die Forderung nach einem \u00f6kologisch vertr\u00e4glichen Einsatz der Forsttechnik:<\/p>\n<p class=\"p\" style=\"text-align: justify;\"><em>&#8220;Die Forsttechnik hat sich an den \u00f6kologischen Erfordernissen auszurichten. Es sind Verfahren anzuwenden, die die Waldb\u00f6den und die Waldbest\u00e4nde in ihrer Struktur- und Artenvielfalt schonen.&#8221;<\/em><\/p>\n<p class=\"p\" style=\"text-align: justify;\">Dieser L\u00d6WE-Grundsatz wird zur besonderen \u00f6kologischen Vertr\u00e4glichkeit erweitert, um damit den nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik erreichbaren Optimalstandard beim umweltvertr\u00e4glichen Forsttechnikeinsatz zu kennzeichnen. Neben der langfristigen Sicherung der nat\u00fcrlichen Produktionsgrundlagen bedeutet dies insbesondere die Gew\u00e4hrleistung der \u00f6kosystemaren Selbstregulations- und Regenerationsmechanismen. Um die Resilienz eines Wald\u00f6kosystems bei Nutzungseingriffen nicht zu \u00fcberlasten, m\u00fcssen Vorkehrungen zur Schadenspr\u00e4vention und zur Minimierung negativer Nebenwirkungen getroffen werden.<\/p>\n<p class=\"p\" style=\"text-align: justify;\">Dieser vorsorgemotivierte Ansatz erfordert bestimmte, auch subjektive Wertentscheidungen des Naturnutzers. Die Entscheidung, welche \u00d6kosystemzust\u00e4nde oder Funktionen als wertvoll erachtet werden, beruht aber auf menschlicher Festlegung und wird nicht allein durch objektive wissenschaftliche Erkenntnis bestimmt. Das Wertesystem der besonderen \u00f6kologischen Vertr\u00e4glichkeit wird mit Hilfe folgenden Zielsystems operationalisiert und mit Kriterien untersetzt:<\/p>\n<h6 class=\"heading\" style=\"text-align: justify;\">Teilziel 1 Naturvertr\u00e4glichkeit<\/h6>\n<ul class=\"disc\" style=\"text-align: justify;\">\n<li>Sensitivit\u00e4tsabgestufte Feinerschlie\u00dfung, Bodenbefahrung und Mechanisierung<\/li>\n<li>Festlegung forsttechnischer Restriktionen in Abh\u00e4ngigkeit von<\/li>\n<li>Bodenbelastbarkeit<\/li>\n<li>Bodenfunktionswert<\/li>\n<li>Waldfunktion<\/li>\n<li>Naturschutz- oder Waldbiotopstatus<\/li>\n<\/ul>\n<h6 class=\"heading\" style=\"text-align: justify;\">Teilziel 2 Schadensvorbeugung<\/h6>\n<ul class=\"disc\" style=\"text-align: justify;\">\n<li>Inkaufnahme von Mehrkosten zur Risikovorsorge und Schadensminderung<\/li>\n<li>Inkaufnahme von Nutzungs-, Befahrungs- und Mechanisierungseinschr\u00e4nkungen<\/li>\n<li>Vermeidung von unw\u00e4gbaren \u00f6kologischen Hypotheken<\/li>\n<\/ul>\n<h6 class=\"heading\" style=\"text-align: justify;\">Teilziel 3 Forsttechnik in dienender Funktion<\/h6>\n<ul class=\"disc\" style=\"text-align: justify;\">\n<li>Primat der biologischen vor der technischen Produktion (Waldbau vor Technik)<\/li>\n<li>Minimierung negativer Nebenwirkungen durch technische Optimierung<\/li>\n<\/ul>\n<h6 class=\"heading\" style=\"text-align: justify;\">Teilziel 4 Operationale Planungs-, Organisations- und Entscheidungshilfen<\/h6>\n<ul class=\"disc\" style=\"text-align: justify;\">\n<li>Verzicht auf Verbote zu Gunsten des Aufzeigens von M\u00f6glichkeiten und Freiheitsgraden<\/li>\n<li>Standortsindividuelle Empfehlung \u00f6kologisch und technisch geeigneter Holzernteverfahren<\/li>\n<li>Qualifizierung von Forsttechnikkompetenz, Umweltbewusstsein und Entscheidungsverantwortung der Mitarbeiter (\u00dcberzeugen statt Verordnen)<\/li>\n<\/ul>\n<h4 class=\"heading\" style=\"text-align: justify;\">2. Bodenfunktionsbewertung<\/h4>\n<p class=\"p\" style=\"text-align: justify;\">Das Bundesbodenschutzgesetz orientiert auf den Schutz nat\u00fcrlicher, wirtschaftlicher und natur-\/ kulturhistorischer Bodenfunktionen und verpflichtet jeden Bodennutzer zur Vorsorge gegen nachteilige Einwirkungen sowie zur Abwehr sch\u00e4dlicher Bodenver\u00e4nderungen.<\/p>\n<p class=\"p\" style=\"text-align: justify;\">Beim Einsatz von Forstmaschinen muss ein Teil des Waldbodens unvermeidbar f\u00fcr technische Zwecke beansprucht werden. Auf den Fahrgassen besteht ein hohes Risiko f\u00fcr langfristige Beeintr\u00e4chtigungen oder irreversible Sch\u00e4digungen des Bodens. Es liegt daher nahe den Wert der f\u00fcr technische Zwecke dauerhaft umgewidmeten Produktionsfl\u00e4che als Kriterium in forsttechnische Entscheidungen zu integrieren. Auf Datenbasis der forstlichen Standortserkundung kann mit etablierten Methoden der Bodenfunktionsbewertung eine modifizierte, forsttechnische Standortsklassifizierung durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p class=\"p\" style=\"text-align: justify;\">In Abb. 3 sind die f\u00fcr Waldb\u00f6den als bedeutsam betrachteten Bodenfunktionen und die stand\u00f6rtlichen Eingangsgr\u00f6\u00dfen zu deren Bewertung dargestellt. Die Unterscheidung von (sozio)\u00f6kologischen, \u00f6konomischen und technischen Bodenfunktionen wurde bewusst gew\u00e4hlt, um f\u00fcr unterschiedlich motivierte Bodenschutzzielsetzungen getrennte Wertma\u00dfst\u00e4be zur Verf\u00fcgung stellen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_357\" aria-describedby=\"caption-attachment-357\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/waldkritik.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/lfe_bodenschutzholzernte_abb2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-357\" src=\"https:\/\/waldkritik.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/lfe_bodenschutzholzernte_abb2.jpg\" alt=\"Abb. 3: Forstliche Bodenfunktionsbewertung zur Ableitung von (sozio)\u00f6kologischen, \u00f6konomischen und technischen Bodenfunktionsklassen. \" width=\"600\" height=\"399\" srcset=\"https:\/\/waldkritik.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/lfe_bodenschutzholzernte_abb2.jpg 600w, https:\/\/waldkritik.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/lfe_bodenschutzholzernte_abb2-300x199.jpg 300w, https:\/\/waldkritik.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/lfe_bodenschutzholzernte_abb2-451x300.jpg 451w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-357\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 3: Forstliche Bodenfunktionsbewertung zur Ableitung von (sozio)\u00f6kologischen, \u00f6konomischen und technischen Bodenfunktionsklassen.<\/figcaption><\/figure>\n<h5 class=\"heading\" style=\"text-align: justify;\">2.1 Bewertung nat\u00fcrlicher Bodenfunktionen<\/h5>\n<p class=\"p\" style=\"text-align: justify;\">Die Bewertung der nat\u00fcrlichen Bodenfunktionen Regelung, Lebensraum und Produktion, und deren Zuordnung zu f\u00fcnf Wertklassen von 1 (sehr gering) bis 5 (sehr hoch), steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Fl\u00e4chenbeanspruchung f\u00fcr die Feinerschlie\u00dfung. Mit steigendem Bodenfunktionswert wird eine Verringerung der Befahrungsfl\u00e4che empfohlen. Jeder der f\u00fcnf Wertklassen wird daher ein zul\u00e4ssiges Fl\u00e4chenbefahrungsprozent bzw. ein bestimmter Mindestgassenabstand zugeordnet (Kl. 1: &lt;20 m, Kl. 2: 20 m, Kl. 3: 40 m, Kl. 4: &gt;40 &#8211; 60 m, Kl. 5: keine Gasse).<\/p>\n<p class=\"p\" style=\"text-align: justify;\">Die Produktionsfunktion spiegelt das eigenn\u00fctzige Interesse des Waldbesitzers an der nachhaltigen Wertsicherung seines Bodenkapitals wider. Im allgemeinen forstlichen Verst\u00e4ndnis wird dem Verlust von biologischer Produktionsfl\u00e4che, die f\u00fcr die dauerhafte Feinerschlie\u00dfung beansprucht wird, keine Bedeutung beigemessen und die Fahrgassen weiterhin als Holzbodenfl\u00e4che betrachtet. Zur langfristigen Wertsicherung seines Bodenkapitals sollte der Waldbesitzer jedoch mit zunehmender Bodenfruchtbarkeit die Beanspruchung von wertvoller Produktionsfl\u00e4che f\u00fcr die Feinerschlie\u00dfung reduzieren.<\/p>\n<h5 class=\"heading\" style=\"text-align: justify;\">2.2 Bewertung technischer Bodenfunktionen<\/h5>\n<p class=\"p\" style=\"text-align: justify;\">Neben den nat\u00fcrlichen Bodenfunktionen muss in ein auf die technische Anwendung ausgerichtetes Bewertungssystem auch die Funktion des Bodens als Widerlager f\u00fcr die Befahrung mit Forstmaschinen integriert werden.<\/p>\n<p class=\"p\" style=\"text-align: justify;\">Abb. 4 zeigt eine Beurteilungshilfe zur Unterscheidung von tolerierbaren und nicht tolerierbaren Bodenverformungen auf der Gasse. Nur bei Ausbildung von Spurtyp 1 und 2 ist eine schonende Maschinenbefahrung gew\u00e4hrleistet. Mit beginnender Ausbildung von Spurtyp 3 oder 4 wird ein Warnsignal f\u00fcr die \u00dcberschreitung der Bodentragf\u00e4higkeit und die akute Beeintr\u00e4chtigung der technischen Gassenfunktion angezeigt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_358\" aria-describedby=\"caption-attachment-358\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/waldkritik.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/lfe_bodenschutzholzernte_abb3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-358 size-full\" src=\"https:\/\/waldkritik.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/lfe_bodenschutzholzernte_abb3.jpg\" alt=\"lfe_bodenschutzholzernte_abb3\" width=\"600\" height=\"494\" srcset=\"https:\/\/waldkritik.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/lfe_bodenschutzholzernte_abb3.jpg 600w, https:\/\/waldkritik.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/lfe_bodenschutzholzernte_abb3-300x247.jpg 300w, https:\/\/waldkritik.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/lfe_bodenschutzholzernte_abb3-364x300.jpg 364w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-358\" class=\"wp-caption-text\">Beurteilungsschema f\u00fcr die Maschinenbefahrung Abb. 4: Beurteilungsschema f\u00fcr die Maschinenbefahrung in ebenem bis schwach geneigtem Gel\u00e4nde (ohne Erosionsgefahr). (Abb. J. Erler, 2009; Staatsbetrieb Sachsenforst 2006)<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um die dauerhafte Funktionsf\u00e4higkeit eines unbefestigten Gassensystems als Widerlager f\u00fcr die einwirkenden Maschinenkr\u00e4fte zu gew\u00e4hrleisten, muss \u00dcberlastungssch\u00e4den zuverl\u00e4ssig vorgebeugt werden. Die technische Bodenbelastbarkeit wird ma\u00dfgeblich von der Bodenfeuchte zum Befahrungszeitpunkt beeinflusst. Die Bodenfeuchtestufen der Standortserkundung (trocken, frisch, feucht, nass, sumpfig) bieten sich daher f\u00fcr die Klassifizierung der technischen Befahrbarkeit von T1 (befahrbar) bis T5 (unbefahrbar) an.<\/p>\n<h4 class=\"heading\"><strong>Glossar<\/strong><\/h4>\n<h4 class=\"heading\"><strong><a href=\"http:\/\/cms.waldwissen.net\/technik\/holzernte\/lfe_bodenschutzholzernte\/index_DE\/edit\/Bodenschutz-Glossar\" target=\"_blank\">Glossar Bodenschutz<\/a> als (pdf-Datei)<\/strong><\/h4>\n<h4 class=\"heading\"><\/h4>\n<h4 class=\"heading\"><strong>Originalartikel<\/strong><\/h4>\n<h4 class=\"heading\"><strong><a href=\"http:\/\/www.waldwissen.net\/technik\/holzernte\/lfe_bodenschutzholzernte\/lfe_bodenschutzholzernte_originalartikel.pdf\" target=\"_blank\">Originalartikel <\/a><\/strong><strong>als (pdf-Datei)<\/strong><\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Freunde der Initiative &#8220;Waldkritik&#8221;, auf diesem Weg m\u00f6chte wir gerne noch mal alle an den Vortrag von Martin Gr\u00fcll (Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde) am 27. 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