{"id":654,"date":"2015-02-13T05:29:41","date_gmt":"2015-02-13T03:29:41","guid":{"rendered":"http:\/\/waldkritik.de\/?p=654"},"modified":"2015-02-13T05:40:42","modified_gmt":"2015-02-13T03:40:42","slug":"die-dinosaurier-sind-irgendwann-auch-mal-ausgestorben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/waldkritik.de\/?p=654","title":{"rendered":"Die Dinosaurier sind irgendwann auch mal ausgestorben&#8230;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/waldkritik.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Dinosaurier.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-655 alignright\" src=\"https:\/\/waldkritik.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Dinosaurier.jpg\" alt=\"Dinosaurier\" width=\"163\" height=\"143\" srcset=\"https:\/\/waldkritik.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Dinosaurier.jpg 350w, https:\/\/waldkritik.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Dinosaurier-300x264.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 163px) 100vw, 163px\" \/><\/a>Liebe Freunde der Initiative Waldkritik,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">auch die Dinosaurier sind irgendwann in der Evolution ausgestorben, weil sie mit den Lebensbedingungen in den W\u00e4ldern unseres Heimatplaneten nicht mehr\u00a0 zurecht kamen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genau so wird es auch dem neuen,\u00a0 1 Million! Euro teuren und 70 Tonnen schweren! Waldmonster im niederbayrischen Kelkheim gehen. Der neue Gro\u00dfharvester &#8220;Raptor&#8221;, der mit seiner Hebe-Halte-Technik 900 Festmeter pro Woche umhauen kann und ich sage hier gleich dazu, wenn er rentabel arbeiten soll, auch umhauen mu\u00df!!! frist sich durch den Wald, wie ein nimmersattes Monster. Mit einer Hebekraft von 3 Tonnen und einer Reichweite von 17 Metern bew\u00e4ltigt er Stockdurchmesser bis 100cm, ist f\u00fcr Hangneigungen bis 30% ausgelegt, da der Oberwagen tiltf\u00e4hig, also kippbar ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn sich nun das Hightechmonster mit seinen 70 Tonnen Gewicht durch den Wald bewegt, macht er in seiner Waldbodenzerst\u00f6rung seinem Bruder, dem b\u00e4umer\u00fcckenden Forwarder, den Rang streitig! Der Forstmann im Filmbeitrag erw\u00e4hnt zwar, da\u00df der &#8220;Raptor&#8221; mit seinem Raupenfahrwerk \u00e4u\u00dferst schonen f\u00fcr den Waldboden ist, zumal er gleich selbst noch einen Reisigteppich vor sich ausbreitet, bevor der den Waldboden bef\u00e4hrt, so da\u00df keine so tiefen Fahrspuren, wie wir sie in einigen Bildern immer wieder gezeigt haben, entstehen, aber die Bodenverdichtung, die durch die 70 Tonnen zzgl. der gef\u00e4llten B\u00e4ume zustanden kommen, verdichten den Waldboden eben trotzdem. Damit k\u00f6nnen Raptor und Forwarder gemeinsam den Waldboden auf Jahrhunderte besch\u00e4digen oder zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber klar,\u00a0 das ist der \u00f6konomische Zahn der Zeit, eine einfache, dreik\u00f6pfige Waldarbeiter-Rotte schafft gerade mal 300 Festmeter in der Woche und viele Pausen sind da auch nicht drinn. Der Gro\u00dfharvesterfahrer &#8216;Willibald&#8217;, so will ich ihn hier mal nennen, der schafft von seinem F\u00fchrerhaus bequem das 3 fache ganz allein und die Gefahr, da\u00df er krank wird oder verunfallt ist auch viel geringer. Die Frage bleibt an dieser Stelle trotzdem, was macht eigentlich die 3k\u00f6pfige Waldarbeiter-Rotte, w\u00e4hrend Harvesterfahrer &#8216;Willibald&#8217; die B\u00e4ume umhaut, geht die stempeln oder s\u00e4gt sie als Ein-Euro-Jobber die vielen kleinen B\u00e4ume und B\u00fcsche 10 bis 100 Meter links und rechts der Stra\u00dfen ab???<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bedenken wir an dieser Stelle, da\u00df die Automation der letzten 50 Jahre ein unendliches Meer an arbeitswilligen Menschen aus ihrer Existenz in die mehr oder weniger gut ausgestatteten Sozialsysteme der Staaten gedr\u00e4ngt hat, wenn man gleichzeitig bedenkt, da\u00df wir in exponentieller Geschwindigkeit auf eine Weltbev\u00f6lkerung von 10 Milliarden zusteuern, geht hier auch an dieser Stelle wieder deutlich sichtbar eine Schere auf, die wir mit den Systemen, wie wir sie heute haben, nicht bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und bitte seid so gut, wenn ihr die 3 arbeitswilligen Arbeiter der Waldarbeiterrotte morgen vor der T\u00fcr des Arbeitsamtes sitzen seht, dann beschimpft sie nicht auch noch als &#8220;arbeitsscheues Gesindel&#8221;, wenn ihr ihnen schon ihre Existenz genommen habt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein kritischer Umgang mit den M\u00f6glichkeiten, die uns moderne Technik zur Verf\u00fcgung stellt, ist jedenfalls auch im Falle des &#8220;Raptors&#8221; dringend angeraten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ganz zu schweigen vom Ressourcenverbrauch, den so ein heiliges Gro\u00dfharvester-Blechle beansprucht, der wird mit keinem Wort erw\u00e4hnt, liebe Freuden so wird es nicht weitergehen, wenn man immer nur den einen, den geheiligten \u00f6konomischen Aspekt bei allem im Auge hat, dann hilft es auch nicht mehr, wenn man in Hochglanzbrosch\u00fcren wie ein Mantra die &#8220;nachhaltige Waldwirtschaft&#8221; beschw\u00f6rt. Die Natur, die trotz der st\u00e4ndigen Verfehlungen des Menschen sowieso schon mehr als gro\u00dfz\u00fcgig ist, wird sich auf Dauer diese Vergewaltigungen durch schwerste Maschinen und dahinter stehende Profitinteressen nicht gefallen lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich kann mich immer nur wiederholen, es gibt Ernte- und R\u00fcckemethoden, die den Wald nicht fertig machen, zugegeben, die machen die Holzernte teurer und den Output geringer, aber wenn wir einen ressourcenschonenderen Umgang mit dem Holz h\u00e4tten, br\u00e4uchten wir eben auch viel weniger davon und w\u00fcrden mit dem auskommen, was an Holz jedes Jahr nachw\u00e4chst und zwar ohne den millionenschweren Einsatz von &#8220;Raptoren&#8221;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr mich ist das Hightechmonster &#8220;Raptor&#8221; der Ausdruck des Grundsatzes: &#8220;Weiter so!&#8221; Aber so wie irgendwann die Dinosaurier ausgestorben sind, werden in der Evolution auch derartige st\u00e4hlerne Waldmonster aussterben, davon bin ich \u00fcberzeugt, sp\u00e4testens dann, wenn der Mensch seine Lebensgrundlagen endg\u00fcltig zerst\u00f6rt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2015 ist zum &#8220;Jahr des Bodens&#8221; ausgerufen worden, nehmen wir dieses Gedenkjahr nicht zum Anla\u00df uns an die guten alten Zeiten, in denen der Waldboden noch intakt war, zu erinnern, sondern denken wir dar\u00fcber nach, wie wir unseren Umgang mit dem Wald und seinem Boden so \u00e4ndern k\u00f6nnen, da\u00df auch k\u00fcnftige Generationen noch den Wald in seiner nat\u00fcrlichen Sch\u00f6nheit und Leistungsf\u00e4higkeit genie\u00dfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer nach diesen einleitenden Worten noch das Bed\u00fcrfnis versp\u00fcrt, den Beitrag vom TVA Fernsehen Ostbayern sich reinzuziehen, der kann es durch einen Klick auf das nachfolgende Bild tun, ich verspreche, da\u00df es sich nicht um einen Faschingsscherz handelt, sondern um die bittere Wahrheit, auch wenn die Augen des interviewten Forstmannes vor Begeisterung spr\u00fchen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a title=\"in Kelheim ist der Raptor los\" href=\"http:\/\/www.tvaktuell.com\/mediathek\/video\/in-kelheim-ist-der-raptor-los\/\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-656 aligncenter\" src=\"https:\/\/waldkritik.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/raptor.jpg\" alt=\"raptor\" width=\"650\" height=\"366\" srcset=\"https:\/\/waldkritik.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/raptor.jpg 650w, https:\/\/waldkritik.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/raptor-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Freunde der Initiative Waldkritik, auch die Dinosaurier sind irgendwann in der Evolution ausgestorben, weil sie mit den Lebensbedingungen in den W\u00e4ldern unseres Heimatplaneten nicht mehr\u00a0 zurecht kamen. 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