Diskussion mit Herrn Dr. Schack-Kirchner, Professur Bodenökologie der Uni Freiburg

Herr Dr. Schack-Kirchner gibt in seiner Antwort zu erkennen, dass er das Feinerschließungs-system, im Besonderen die Rückegassen, als dem Wald nicht mehr zugehörig feststellt.
Die Zerstörung der Böden als Folge der Befahrung im SCHÖNBUCH, in Baden-Württemberg, in Deutschland, bei Holzerntemaßnahmen weltweit nehmen existenzbedrohende Formen an- Bodenverluste in kaum vorstellbarer Größenordnung stellen sich ein! Bis zu fünfzig Prozent der Waldfläche Baden-Württembergs sind zum Teil schwer geschädigt.
… an der Fahrspur sei ein Schadbild nicht erkennbar! Gewiss ein ästhetisches Problem, mit den Jahren aber …stelle sich Lebensraum ein… so Herr Schack-Kirchner als Vertreter der Wissenschaft.

Fakt: Eintausend Jahre beträgt die Entwicklung eines einzigen Zentimeters Boden!

Waldbesucher nehmen die Bodenschäden der Holzernte war, sind in Sorge und teilen diese mit. Sie wird nicht ernst genommen! Weder von der Forstverwaltung noch von Herr Dr. Schack-Kirchner und der Professur für Bodenökologie der Universität Freiburg. Die Ankün¬digung des Exkursionsbildes im Rahmen der KWF-Tagung in Rhoding macht deutlich: Die Wahrnehmung der Waldbesucher wird verworfen, es wird förmlich gegen diese ange¬kämpft, allerdings mit einem Verlust für die Wissenschaft, die Forstverwaltung und uns allen, dass der einzig gültige Bezugs¬punkt und Grundlage für die Forstwirtschaft, fruchtbaren Waldboden wie im Gesetz gefordert zu sichern, sukzessive verloren geht.
Die Möglichkeit der Wahrnehmung von Schäden durch den Laien am Bild der Fahrspur wird bestritten und zurückgewiesen. Dadurch wird Erkenntnis und die Aufgabe der Wissen¬schaft ihren Beitrag zur Existenzsicherung des Waldorganismus zu leisten verhindert. Das ist aus unserer Sicht eine schwere, in den Folgen nicht absehbare Fehlleistung!

Während sich Google und Facebook mit sehr viel Geld aufmachen das neuronale Abbild des menschlichen Organismus auf die Entwicklung von Maschinen zu übertragen, kann sich die Forstverwaltung und die Professur für Bodenökologie in Freiburg Im Rahmen der KWF-Tagung in Rhoding leisten, die Fahr¬spur als ästhetische Fragestellung abzuhandeln. Sind Herr Schack-Kirchner, die Vertreter der Professur für Bodenökologie der Uni Freiburg und die Forstverwaltung wirklich bereit, den Finger oder die Hand in die Rückegasse zu legen?
Die Initiative Waldkritik erinnert die politischen Vertreter in Baden-Württemberg, in Deutschland die notwendigen Mittel zur unabhängigen Erhebung der Schäden, zur Erforschung der Folgen für den Waldorganismus und zur Entwicklung bodenunabhängiger Holz-ernternteverfahren zur Verfügung zu stellen.

 

Schreiben von Herrn Schack-Kirchner:

Sehr geehrter Herr Kunz,

vielen Dank für die Übersendung der Bilddokumente. Ganz kurz zu Ihren Fragen:

-Lassen die in den angefügten Bilddokumente abgebildeten Fahrspuren einen Rückschluss auf ökologisch intakte Böden zu?

Auf Rückegassen wird eine Einschränkung der Bodenfunktion als Wurzelraum zugunsten des Schutzes der Zwischenfläche in Kauf genommen. Eine solche Einschränkung dürfte wie auf den meisten befahrenen Flächen auch auf den gezeigten Rückegassen vorliegen. Das Ausmaß einer solchen Einschränkung wird jedoch nicht an der Gleistiefe sichtbar, sondern an verschiedenen bodenphysikalischen Kriterien, insbesondere der Bodenbelüftung. So dürfte auf der unter dem folgenden Link gezeigten Fahrspur ohne nennenswerte Gleiseintiefung , aber mit extremem Sauerstoffmangel (grau verfärbter Boden) die Wurzelfunktion mindestens so stark eingeschränkt sein wie auf den in den Spuren auf Ihren Bildern.
http://www.wsl.ch/medien/news/bodenschutz_forum_2013/index_DE

-Lassen sich die dokumentierten Transportstrecken als dauerhaft funktionstüchtig einstufen?
-Sind die abgebildeten Transportstrecken als technisch geschädigt einzustufen?

Die Erhaltung der Befahrbarkeit ist wichtigstes Kriterium bei der Beurteilung von Rückegassen. In dieses Kriterium gehen ein: Maschinenparameter, Topografie, Witterung/Bodenfeuchte und auch die Länge eines eingetieften Fahrgleises. Dies kann anhand der Bilder aus der Ferne nicht beurteilt werden. Als eine unverbindliche Einschätzung sehen aber alle gezeigten Szenen so aus, dass sie von modernen Forstmaschinen nach wie vor befahrbar sind und insbesondere nach Abtrocknung und Setzung für den nächsten Holzernteeinsatz zur Verfügung stehen.

-Sind die abgebildeten Fahrspuren als ästhetisch störend?

Ich finde diese Szenen nicht schön.

Noch eine Anregung zum Schluss: Alle Bilder sehen so aus, als seien sie kurz nach der Befahrung im Frühjahr aufgenommen worden. Wenn Sie die Aufnahmeorte noch finden, könnte man eine Bilderdokumentation der zeitlichen Entwicklung dieser Szenen erstellen, anhand derer man die Frage der Zeitdauer einer ästhetischen Beeinträchtigung diskutieren könnte.

Mit freundlichen Grüßen

Helmer Schack-Kirchner

 

Antwort von Waldkritik:

Sehr geehrter Herr Schack-Kirchner,
Sie schreiben, die von uns angeführte Aussage hätten Sie nicht gemacht. Ihre Erläuterungen stehen in Verbindung zu dem entworfenen Exkursionsbild dem sie mit Hinweis auf Ihre langjährige Erfahrung ein Foto von D.Clemens anfügen.

Das Bild zeigt den Teil eines Bodenprofils, eine Krautschicht, einen al­tersgemischten Buchenwaldausschnitt in der mittleren Vegetationsperiode.

Zur Darstellung gelangt im unteren Sechstel des horizontalen Bildbereich einer humoser Ob­erboden­horizont. Links ist das Ende eines Meterstabes sichtbar. Unschwer lassen sich 4 cm von der unteren Bildkante aus gesehen ablesen. Über diesen Wert lässt sich der im Bild vor­gestellte Oberbodenhorizont auf etwa 10 cm ermitteln. Im unteren Bildteil links ist eine Ver­tiefung in eben dieser Größenordnung zu sehen. Eine Spreitschicht bedeckt den Oberbo­den umfangreich, zwischen den Gräsern ist diese weniger prägnant ausgebildet.

Die Anlage des Bildausschnittes, die gewählte Bildhöhe, die Einstellung nahe am Makrobe­reich der Aufnahme, machen die Absicht des Fotografen deutlich:

Er will in erster Linie, einen knappen Bodenhorizont, mit einer für Fahrspuren typischen Ver­tiefung, die Krautschicht, Jungbäume und den Hintergrund bildend, einen altersge­mischten Buchenbestand zeigen.

Ein Bild kann der Dokumentation, die Wirklichkeit unmittelbar abbildend dienen. Einverstan­den!

Wie lässt sich aber aus dem Bild von D.Clemens ablesen, dass Technikfolgeschäden von Wald­be­suchern als nur kurzzeitig ästhetisch störend, als indifferent oder sogar als anregend ange­sehen werden können? Einen solchen Gedanken hatten Sie in Verbindung mit der Ankündigung angestoßen.

Wie kann dann ein Teilaus­schnitt den das Bild ohne jeden Zwei­fel darstellt, mit den Inhalten den es anzeigt, Aussagen über die umfassendere Wirklichkeit und über mögliche Schäden an die­ser geben?

Wir fügen der Antwort Bilder von Fahrspuren aus dem Schönbuch bei und bitten Sie diese nach folgenden Merkmalen zu bewerten:

Unbenannt-1
-Lassen die angefügten Bilddokumente, die abgebildeten Fahrspuren einen Rückschluss auf

ökologisch intakte Böden zu?
-Lassen sich die dokumentierten Transportstrecken als dauerhaft funktionstüchtig einstufen?
-Sind die abgebildeten Transportstrecken als technisch geschädigt einzustufen?
-Sind die abgebildeten Fahrspuren als ästhetisch störend, als bereichernd anzusehen?

Initiative Waldkritik
Richard Koch· Harald Kunz· Dr. Andreas Luther

 

Antwort von Herrn Schack-Kirchner:

Sehr geehrter Herr Kunz,
mir ist nicht bekannt, dass ich die von Ihnen angeführte Aussage gemacht habe. Sie beziehen sich jedoch auf die Ankündigung unseres Exkursionsbildes auf der KWF Tagung in Roding. Dort heißt es:

„Die Ästhetik einer Rückegasse ist sicherlich eine rein subjektive Frage. Frische Fahrgleise im freigelegten Mineralboden werden jedoch die Mehrheit der Waldbesucher als hässlich empfinden. Im Gegensatz dazu kann eine eingewachsene Gasse in einem Altbestand vielfach als willkommene optische Abwechslung wahrgenommen werden. Am Exkursionsbild sollen diese vielfältigen Aspekte an unterschiedlich ausgeprägten Fahrspuren, an Bodenprofilen und mit bodenkundlichen Bewertungsverfahren diskutiert werden und Entscheidungshilfen erörtert werden.“

Diese Aussage beruht auf unseren langjährigen Erfahrungen in der Beurteilung von Rückegassen und ist daher bewusst in Möglichkeitsform („kann“) und mit Einschränkung („eingewachsen“ und „vielfach“ also nicht immer!) versehen. Es wäre also an Ihnen nachzuweisen, dass kein Waldbesucher z.B. die abgebildete Rückegasse als strukturelle Bereicherung ansieht.

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Abbildung ca. 6 Jahre alte Rückegasse auf Pseudogley im Dinkelberg (Gleise nur noch im aufgegrabenen Profil zu erkennen) Foto D. Clemens

Mit freundlichen Grüßen,
Helmer Schack-Kirchner

 

Antwort von Waldkritik:

Sehr geehrter Herr Dr. Schack-Kirchner,

hinsichtlich der in Ankündigung Ihrer Exkursion- Befahrung empfindlicher Standorte, bei der diesjährig stattfindenden KWF-Tagung in Roding geäußerten Behauptung, dass Technikfolgeschäden von Waldbesuchern als nur kurzzeitig ästhetisch störend, als indifferent oder sogar als anregend angesehen werden, bitten wir Sie einen wissenschaftlichen Beweis für eben diese Ihre Behauptung vorzulegen. Da erste Reaktionen auf Ihre Beitragsankündigung zur KWF-Tagung, siehe diese unter der unten angegebenen Webseite angeführt vorliegen, bitten wir Sie diesen als einen in der eingangs dargestellten Sachfrage glaubwürdig tätigen Wissenschaftler einer renommierten Universität deutlich zu machen.
Ihre Antwort möchten wir gerne, Ihr Einverständnis vorausgesetzt auf unserer Webseite, www.waldkritik.de veröffentlichen.
Mit freundlichen Grüßen

Initiative Waldkritik
Richard Koch· Harald Kunz· Dr. Andreas Luther

 

Der runde Tisch zum Wald