Bodenschonende Holzernte

Liebe Freunde des Waldes, in der Masterarbeit von Tobias Jäger von der ETH Zürich haben wir eine sehr gute Zusammenfassung zum Thema bodenschonende Holzernte gefunden, die wir hier gerne wiedergeben möchten:

„Der Schutz des Bodens vor physikalischer (Über-) Belastung ist gesetzlich verankert. Ein gewisser Widerspruch dazu ist die anhaltende Tendenz zu grösseren Forstmaschinen in der Waldbewirtschaftung. Für den flächendeckenden Einsatz moderner Holzernteverfahren (Vollernter) werden Rückegassen in einem Abstand von 20 Metern angelegt. Damit wird der Waldboden (inklusive Baumwurzeln) auf einem Fünftel der gesamten Waldfläche den beim Befahren auftretenden Belastungen ausgesetzt. Die mechanische Belastung des Waldbodens durch den Einsatz von Forstmaschinen kann zu schwerwiegenden und lang anhaltenden Veränderungen führen, welche die Bodenfunktionen beeinträchtigen und auch die Baumwurzeln werden beim Befahren oft verletzt. All dies hat negative Auswirkungen auf den Zuwachs der Bäume. Zudem können Wurzelverletzungen zu Fäulnis führen. Ein geringerer Zuwachs und eine verminderte Qualität des durch Fäule befallenen Holzes führen, wie in dieser Arbeit aufgezeigt wird, zu teilweise hohen finanziellen Einbussen. Wird aus Gründen des Bodenschutzes der Abstand zwischen den einzelnen Rückegassen erhöht, nehmen der Aufwand für die Holzernte und die Bestandesschäden zu. In dieser Arbeit wurden die Mehrkosten der bodenschonenden Holzernte, bei der die Gassen in grösseren Abständen angelegt sind, berechnet und dem Nutzen eines intakten Waldbodens gegenübergestellt. Es zeigte sich, dass sich ein, aus Bodenschutzgründen grösserer Rückegassenabstand, trotz Mehrkosten bei der Holzernte und grösserer Bestandesschäden, langfristig nicht nur ökologisch sondern auch ökonomisch auszahlen kann. Der Gassenabstand mit dem grössten erntekostenfreien Erlös (mit Berücksichtigung allfälliger Mindererlöse durch Zuwachsverluste und Fäulebefall) variiert je nach der Befahrungsempfindlichkeit eines Bodens: Bei befahrungsempfindlichen Böden ist der erntekostenfreie Erlös bei grossen Gassenabständen (50 m) am höchsten, bei wenig empfindlichen Böden bei kleineren Gassenabständen (30 m)

Wer gerne die ganze Masterarbeit lesen möchte, kann diese HIER problemlos aufrufen!

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