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Das Leitbild des Forst BW

Sehr gut ist es, wenn die Forstwissenschaft den Spuren der Natur und nicht denen der Maschinen folgt – denn nur dann, folgt die Waldwirtschaft auch den Spuren der Natur!Atalanta_fungiens

Deshalb ist es wunderbar, daß man im Leitbild des „Forst Baden Württemberg“ auch folgendes lesen kann (Hervorhebungen von der Redaktion / runtergeladen am 28.7.2014 / 22.10 Uhr):

Zukunft für den Wald, Zukunft für die Menschen.

Unsere Gesellschaft stellt hohe Ansprüche an den Wald. Er soll Holz liefern, dem Wild sowie seltenen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum bieten, zu Spaziergängen einladen, für saubere Luft, ausgeglichenes Klima sowie frisches Wasser sorgen. Diese Ansprüche bilden die Basis unserer Arbeit.

Grundlage unseres Handelns ist der Nachhaltigkeitsgedanke, den wir konsequent anwenden: Dem Wald wird nur jener Rohstoff entnommen, den er auch nachproduziert. Alle Waldfunktionen werden gleichrangig und dauerhaft für heutige und nachfolgende Generationen gesichert.

Hand in Hand mit diesem ökologischen Ansatz geht auch die ökonomische Perspektive: Erwirtschaftete Überschüsse kommen sowohl der Substanz des Betriebes als auch den von uns im ökologischen und sozialem Bereich erbrachten Leistungen zu gute.

Diese Aufgabe verlangt von uns, dass wir zwischen den unterschiedlichen Interessen von Waldbesitzern, Bürgern und Politik vermitteln und sachgerechte Lösungen erarbeiten.
Ein großer Erfahrungsschatz und das Wissen von Generationen kommt uns dabei zu gute; durch Forschung sowie intensive Aus- und Fortbildung sorgen wir dafür, dass uns diese Kompetenz erhalten bleibt.

Die gleichzeitige Erfüllung dieser unterschiedlichen Aufgaben und Erhalt des Ökosystems Wald realisieren wir mit dem Konzept der naturnahen Waldwirtschaft.

Wir schaffen Zukunft – vertrauen Sie uns!“

Quelle: http://forstbw.de/forstbw/leitbild.html

Ja es ist gut, wenn die Forstwissenschaft den Spuren der Natur und nicht denen der Maschinen folgt – denn nur dann, folgt die Waldwirtschaft auch den Spuren der Natur!

Schadbilder aus dem Herrenberger Stadtwald

20140813_142645_resized20140813_152610_resizedForst BW bekundet als eines der wichtigsten Ziele der Waldbewirtschaftung den Bodenschutz bei der Holzernte und beim Holztransport. Wie konnte es dann überhaupt zu den Schäden im Herrenberger Stadtwald kommen und was hat / wird das Kreisforstamt Böblingen zu deren fachgerechten Sanierung bisher beigetragen?

Der Forstwissenschaftler Nikolaus Nemestothy hat Fahrspurschäden klassifiziert und geordnet. Starke Störungen des Bodengefüges liegen bereits nach Befahrung mit seitlichen Aufwölbungen und einer Spurtiefe von mehr als 10 cm vor.

spurtiefenDie Spurtiefe auf den Bildern, (siehe auch http://schuetzt-den-schoenbuch.de/wordpress/bilder-aus-ruckegassen-der-holzernte-2013/ ) übertrifft diese Grenzmarke für starke Befahrungsschäden um ein vielfaches.

Die durch den Maschineneinsatz bei der Holzernte im Schönbuch (Waldgebiet des Jahres 2014) und in anderen Regionen des Landes verursachten, gravierenden Bodenschäden sind nicht akzeptabel. Im Gegensatz zum Grundgedanken der positiven Nachhaltigkeit bei der Holzernte werden die empfindlichen Böden sowohl biologisch als auch physikalisch langfristig zerstört!  Mit der Feinerschließung des Schönbuchs, die nur mehr oder weniger geplant verläuft, soll ein dauerhaft befahrbares Rückegassensystem geschaffen werden. In Wirklichkeit wird aber bereits bei der ersten oder zweiten Befahrung in Kauf genommen, dass Gassen bis in die Tiefe aufgerissen werden, sodass die Bodenwanne der Erntemaschine aufsitzt und der Boden auf der Fahrgasse bis zur Unkenntlichkeit zerstört wird.
Das Rückegassenkonzept von ForstBW berücksichtigt bisher einzig die Infrastruktur der Funktionsprinzipien und Konstruktionsmerkmale der Maschinen ohne die mechanische Belastbarkeit des Bodens, die Bodeneigenschaften und die Witterung zu berücksichtigen.
Dabei gehen gewaltige Waldanteile, Forstleute gehen von bis zu 30 und mehr Prozent aus, durch die Befahrungen in den einzelnen Abteilungen, verloren.
Die langfristigen Folgen für das Ökosystem Wald wirken bedrohlich auch wenn sie noch nicht voll absehbar sind oder auch gerade deshalb! Die Verantwortlichen, der Forst BW, gibt sich in der Öffentlichkeit den Anschein, als würden Witterung, Bodeneigenschaften, technischen Verfahrensweisen angemessen berücksichtigt. Tatsache ist aber, dass die Waldböden rücksichtslos zerstört werden.
Die Forstverwaltung hat die Aufgabe, Wald und Waldböden pfleglich zu bewirtschaften (§14 Landeswaldgesetz).

Deshalb kann man nur immer wieder die Forderung stellen: KEINE RÜCKESCHÄDEN IM SCHÖNBUCH, KEINE RÜCKESCHÄDEN IM HERRENBERGER STADTWALD …
EIN INTAKTER WALD IST UNSER ALLER LEBENSGRUNDLAGE, DAS GILT AUCH FÜR DEN SCHÖNBUCH!