Spurrillen im Hardtwald, Ammerbuch

Im Nachgang zu dem Artikel über unsere Initiative im  Schwäbischen Tagblatt hat uns gestern ein Sonntagsspaziergänger Bilder der derzeitigen Holzernte im Hardtwald, in der Gemeinde Ammerbuch geschickt, die er überaus empörend fand.

Die Bilder sprechen für sich und benötigen keinen weiteren Kommentar mehr, sie bestätigen auf tragische Weise unser Anliegen bzgl. des Waldbodens!

Einfahrt Spurrillen im Hardtwald Gemeinde Ammerbuch

Spurrillen im Hardtwald Gemeinde Ammerbuch

Ein Kommentar zum Artikel

Lieber Herr Kunz, (Mitglied der Initative „Waldkritik / admin )

guter Artikel ! (in der Stuttgarter Zeitung / admin )

Es ist nicht richtig, dass es nach FSC egal ist, wie die Böden der Rückegassen aussehen.  Sie machen immerhin rd. 20 % der Wälder aus,  zerschneiden nach unten den Zusammenhang von Wurzel, Bodenpilzen und Bodenwasserströmen und zerstören oben Vegetation, Humusstruktur u.a. und befördern bei Neigung Wassererosion.
Wenn es  die „vorbildliche“ Anweisung an die Maschinenfahrer gibt, bei sensiblem Wetter nicht zu fahren, dann ist sie sichtbar nicht eingehalten worden, dann ist auf den gezeigten Flächen nichts übrig von der Vorbildlichkeit. Hier hat die ökonomische Seite Vorrang vor der ökologischen.
Letztere ist aber Voraussetzung für den guten finanziellen Betriebserfolg, sofern man sich der gesetzlich vorgeschriebenen „Nachhaltigkeit“ verpflichtet fühlt.

Ich freue mich auf das Bodenkonzept !!
Herzliche Grüße,
Lutz Fähser

Auch in der Stuttgarter Zeitung fragt man inzwischen nach dem Wald und seinem Boden

Liebe Freunde der Initiative Waldkritik,

heute – in der Samstagsausgabe – der Stuttgarter Zeitung ist schon wieder ein Artikel über unsere Initiative und damit über den Wald und seinen Boden erschienen.  Es ist klar, jede Redakteurin und jeder Redakteur haben einen leicht anderen Schwerpunkt bei Ihrer Berichterstattung, aber in der Sache selbst, entspricht der Inhalt und unsere Forderungen natürlich dem Artikel in der Südwestpresse von dieser Woche.

Es hat sich leider nur ein kleines Mißverständnis in den Artikel eingeschlichen: Selbstverständlich wird die Initiative „Waldkritik“ bis zum Sommer kein eigenes Bodenkonzept vorstellen, sondern wir meinen nur, daß wir vielleicht bis zum Sommer erreichen könnten, daß das Brandenburger Bodenkonzept vom Forst BW bei der Holzernte in der nächsten Saison mit berücksichtigt und ausprobiert wird. Zwar ist der Waldboden in Brandenburg von anderer Art, als z.B. der Boden im Schönbuch, aber das Klassifizierungssystem für die Böden und die Schäden, das im Brandenburger Konzept angewandt wird, könnte man auch auf andere Wälder, wie den Schönbuch übertragen (wir haben darüber ja bereits ausführlich berichtet).

Aber lesen sie jetzt erstmal den Artikel selbst:

Artikel_7_3_2015_Stuttgarter_Zeitung

Eine 3/4 Seite für den Wald und seinen Boden

Titelseite_tagblatt.
Liebe Freunde der Initiative „Waldkritik“,

der Wald und sein Boden haben es bis auf die Titelseite des Schwäbischen Tagblatts (Ankündigung des Artikels) geschafft, bzw. war es dem Schwäbischen Tagblatt im Tübinger Teil auf der Startseite  eine 3/4 Seite wert, unserem Anliegen Gehör zu verschaffen.
Es sieht so aus, als würden inzwischen doch viele Menschen verstehen, daß es hier nicht um das private Querulantentum einiger weniger Querköpfe geht, sondern um die Zukunft des Waldes und seines Bodens. Wenn man den Artikel bis zum Ende liest, dann findet man auch am Ende des Artikels die Meinung des Forst BW zitiert, wonach man die empfindlichen Flächen aus der Waldbewirtschaftung nicht herausnehmen könnte, denn dann (wörtlich Forst BW) „könnten wir die Forstwirtschaft einstellen“.

Es wird also vom Forst BW eingeräumt, das die Böden empfindlich sind, so empfindlich, daß sie nach anderen deutschen Waldwirtschaftskonzepten, nicht befahren werden sollten. Man muß sich fragen, warum der Forst BW es zuläßt, den gesamten Schönbuch zu befahren und zu ernten, wenn er selber zugibt, daß 3/4 der Schönbuch-Böden zu empfindlich sind.

Unsere Forderung ist, das Rückegassen-System in der neuen Feinerschließungsrichtlinie des Forst BW noch mal zu überarbeiten und mehr auf die unterschiedlichen Standorte Rücksicht zu nehmen. Denn schließlich besteht der Schönbuch z.B. aus einem Mosaik der unterschiedlichsten Bodenarten. Über dieses Mosaik – ohne Ansehung der verschiedenen Böden – ein computergerechtes Rückegassennetz zu werfen, halten wir für falsch.

Der Knackpunkt ist, daß auch für Befahrung ungeeignete Standorte systematisch erschlossen werden, wenn man damit nicht aufhört, geht die Bodenzerstörung weiter. Dann ist es egal, ob die Böden durch maschinelle Aufarbeitung oder durch motormanuelle Arbeiten zerstört werden.

Wenn der ForstBW sagt, man könne ja auch bodenschonender Holzseilbahnen einsetzen (wie in Österreich z.B.) und im nächsten Satz dann sagt: „Wir müssen auf den Flächen dann auch mehr Holz ernten für die Wirtschaftlichkeit“, dann ist das eine bewußte Irreführung, denn man muß nur mehr ernten, wenn man eindimensional ökonomisch denkt, wenn man aber auch ökologische Aspekte mit in die Betrachtung hinein nimmt und ihnen sogar Priorität vor ökonomischen Interessen einräumt, dann könnte man erstens aufgrund der ökologischen Wichtigkeit des Waldes das geschlagene Holz verteuern, um bodenschonende Ernteverfahren zu bezahlen, man könnte zweitens mit den schonenden Erntemethoden Werbung machen und drittens wird bei der Bemerkung des ForstBW ganz verschwiegen, daß ja auch der geplante Einsatz von immer größeren Erntemaschinen (Harvester und Forwarder) enormen Holzeinschlag notwendig machen, um die Wirtschaftlichkeit sicherzustellen.

Für die genannten Probleme gibt es nur einen wirklich sinnvollen Lösungsansatz: Weniger aber besser ernten und das Wenige teurer verkaufen. Die Priorität muß ganz klar auf der dauerhaften ökologischen Funktionsfähigkeit des Waldes liegen.

Hier kommt jetzt der Artikel:Artikel-tagblatt-03-03-15Der Artikel kann natürlich auch direkt auf der Homepage des Schwäbischen Tagblatts gelesen werden: Klicken Sie HIER

Kurzinformation

… der Initiative Waldkritik zu den Waldschäden im Schönbuch und zur geplanten Überprüfung der Schäden nach den FSC-Richtlinien

Seit Jahren beobachten wir im Wald des Schönbuchs die starken Schäden an Böden und Wegen, die durch die Einsätze der Forstverwaltung  (ForstBW)  bei der Holzernte und beim Holztransport entstanden sind bzw. weiter entstehen. Informationen und Bilder zu den Schäden haben wir in unsere Homepage(www.waldkritik.de) eingestellt.

Trotz häufiger Versuche ist es uns bisher nicht gelungen, daß ForstBW mögliche Maßnahmen eingeleitet hat,um weitere Schäden in Zukunft wesentlich zu reduzieren. Ein Beispiel dafür ist unsere Tischvorlage zur Gesprächsrunde bei ForstBW am 17.10.2014 (https://waldkritik.de/?p=337)

Darüber hinaus setzten wir stark auf das von FSC (ForestStewardship Council) initiierte Prüfungsverfahren. Für das Audit am 11.12.2014 dokumentierten wir 4 wesentliche Schadensbeispiele und haben die Verstöße gegen die FSC-Richtlinien detailliert herausgearbeitet. Dieses Dokument wurde FSC zugestellt.
(https://waldkritik.de/?p=419)

Kurz vor Durchführung des Audit mußten wir feststellen, daß unsere Mitwirkung bei dem Audit durch umfangreiche und unzumutbare Restriktionen unmöglich wurde. Wir waren nicht bereit zu akzeptieren, daß bei der Audit-Durchführung nur eine passive Teilnahme zugelassen wurde, Photos untersagt sind und später keine öffentlichen Äußerungen nach Abschluß des Verfahrens erlaubt werden. Wir haben unsere Absage ausführlich begründet und dem Auditor und dem FSC zugestellt.(https://waldkritik.de/?p=400)

Wir schreiben diese Kurzinformation, weil wir glauben, daß die Öffentlichkeit auf die derzeitige Situation und auf weitere zu erwartende Schäden unbedingt informiert werden muß.
Für die Initiative Waldkritik, Rolf Benzinger

Ist der FSC ein Geheimbund?

Liebe Freunde der Initiative „Waldkritik“,Till_Eulenspiegel

Till Eulenspiegel ist ein Mensch, der den Herrschenden bisweilen den Spiegel vorzuhalten beliebt! So geschehen am 11.12.2014 bei dem die Initiative „Waldkritik“ vom durch den FSC beauftragten Auditor als sogenannte beschwerdeführende Interessengruppe – Neudeutsch ‚Stakeholder‘ – geladen war, im Schönbuch die bei der letzten Holzernte verursachten Bodenschäden dem FSC Auditor persönlich zur Kenntnis zu bringen.

Gesagt – getan, wir waren bereit! Doch plötzlich – nur wenige Tagen, ja Stunden vor dem Termin, wurden uns zunächst nur in englischer Sprache die Bedingungen unserer Teilnahme an dem Audit zur Kenntnis gebracht. Nachdem wir von Natur aus vorsichtige Menschen sind, haben wir zunächst versucht, zu einer juristisch verlässlichen deutschen Übersetzung des englischen Textes zu gelangen.

Ein böses Erwachen! Wir mußten feststellen, daß wir uns schriftlich dazu verpflichten sollten, weder während noch nach dem Audit das sogenannte „Maul aufzumachen“. Wir fragen, kann das denn wahr sein, handelt es sich bei einem FSC Audit um ein Zusammentreffen von Mitgliedern eines Geheimbundes, bei dem sich jeder Anwesende dazu verpflichtet, über die Inhalte der Zusammenkunft absolutes Stillschweigen zu bewahren? Ein Schelm der argwöhnt hier könnten bestimmte Interessengruppen Ihr ganz eigenes Süppchen kochen.

Nun! Nachdem wir uns des Inhaltes der procedere-Richtlinien voll bewußt wurden, sahen wir uns dann doch – buchstäblich in letzter Minute – dazu veranlasst, an den Auditor „Herrn K.“ folgende Absage-Email zu verfassen:

„Sehr geehrter Herr K.,

da Sie uns bisher (genauer erst seit diesem Montag) den Text zum procedere des morgigen Audit nur auf Englisch überlassen konnten, hat es ein paar Tage gedauert, bis wir uns darüber Klarheit verschafft haben, welche Richtlinien für den morgigen Tag gelten. Wenn wir den Inhalt richtig verstehen, dann ist das procedere für beobachtenden Teilnehmer so geregelt,

daß wir vor Beginn des Audits diese Regeln schriftlich anerkennen müssen,
daß wir nur mitgehen und beobachten dürfen, nicht selbst an der Bewertung aktiv teilnehmen dürfen, daß wir nicht photographieren dürfen UND daß wir uns zum anschließenden Stillschweigen über den Hergang des Audits verpflichten müssen.

Zudem kann der Auditor uns jederzeit ausschließen, wenn wir stören und ob wir stören, bestimmt der Auditor bzw. andere Interessengruppen, jedenfalls nicht wir…

Unter diesen Gesichtspunkten halten wir eine sogenannte „Stakeholder“-Beteiligung für eine reine Farce, um hinterher sagen zu können, „wir haben auch ‚Stakeholder‘ am Audit beteiligt“.

Bei solchen intransparenten, undemokratischen Regelungen lehnen wir es ab, die Rolle der Hofnarren zu spielen.

Da wir in dem Audit also nur das Recht haben mitzugehen, die Stellen anzuzeigen und ansonsten zu allem schweigen müssen und eigentlich nur gnädig das Verfahren beobachten dürfen, um dann hinter her sowieso nichts darüber veröffentlichen zu dürfen, halten wir das Ganze für ein derartig unwürdiges Spiel, das nur einer Scheinbeteiligung auf der glänzenden politischen Oberfläche dienen sollen, daß wir uns dafür nicht hergeben werden.

Als Initiative „Waldkritik“ sagen wir deshalb hiermit offiziell unsere Beteiligung an dem morgigen Audit ab.

Selbstverständlich überlassen wir es einzelnen Mitgliedern der Initiative selbst, ob Sie als Privatpersonen zu dem Treffpunkt am Saurucken morgen Mittag kommen werden.

Mit freundlichem Gruß
Initiative „Waldkritik“
Harald Kunz / Richard Koch / Rolf Benzinger / Dr. Andreas Luther“

Man muß bedenken, wir hatten uns über Monate recht viel Mühe gegeben haben, die Schäden entsprechend der FSC Richtlinien ordentlich darzustellen. Auf den beiden folgenden Fotos sieht man doch wohl recht gut, wo die Probleme liegen:

2013-11-18 15.14.16 2013-11-18 15.17.41Dokumentiert wurden alle Schäden in dem nachfolgenden Bericht:

Weiter zum Schadensbericht =>

Liebe Freunde der Initiative “Waldkritik”,

am 6. Februar ist im Herrenberger Gäuboten ein Bericht zur Holzernte im Stadtwald Herrenberg erschienen, aus diesem Artikel hat sich dann ein Briefwechsel ergeben, den wir Ihnen nicht vorenthalten möchten. Hier finden Sie u.a. eine fundierte Fachmeinung von unserem Initiative Mitglied, Herrn Koch und natürlich wieder jede Menge Schadensbilder.
Den Briefwechsel II finden Sie wiederum in der Kategorie „Briefwechsel“. Sie können aber auch HIER klicken und gelangen direkt zum Briefwechsel.

Liebe Freunde der Initiative „Waldkritik“,

in den letzten 6 Wochen hat zwischen unserem Mitglied, Herrn Kunz und dem Landrat Walter, dem OB Palmer, bzw. stellvertretend für die beiden letzteren mit Graf Bülow von Dennewitz vom Forst BW in Bebenhausen ein Schriftwechsel stattgefunden, der es wirklich lohnt, hier auf der Seite „Waldkritik“ veröffentlicht zu werden.
Um die aktuelle Tages-Chronik der Webseite nicht zu sehr überquellen zu lassen, haben wir für diesen Briefwechsel I und auch künftige Briefwechsel eine eigene Kategorie geschaffen, in der Sie gezielt Briefwechsel nachlesen können. Sie können aber auch HIER klicken und gelangen direkt zum Briefwechsel.

Blickpunkte

Herr Barner, hat uns für die Webseite Bilder geschickt,  die wir hier gerne veröffentlichen:

GesamtHerr Barner hat unsere Webseite zum Anlass genommen die Holznutzung in Rübgarten aufmerksam zu begleiten. Er hat uns seine Bilder geschickt und zeigt aus seiner Sicht Schäden an ausgeschilderten Wanderwegen. Sie sind nicht mehr begehbar! Das wollen wir darstellen. Wir wollen weiter erreichen, dass die Besucher des Schönbuchs sich in die Planung einbringen können.

Unser Ziel ist, Bürger und Bürgerinnen zu einer Beteiligung an einem Entwicklungsprozess zur Gestaltung des Schönbuchs mit Bürgerbeteiligung zu ermuntern.
Was jetzt vielleicht noch ungeübt ist, kann sich mit der Zeit entwickeln. Dazu ist die Vielfalt Ihrer Sichtweise und Mitteilung wichtig. Diese Vielfalt wollen wir als Blickpunkte bezeichnen. Ein Blickpunkt ist dann gleichsam Ihr Blick durch ein gedachtes “Betrachtungsfenster” auf den Schönbuch.

Senden Sie uns, was Sie wichtig finden. Wir möchten ein möglichst vielfältiges Bild  gewinnen. Wir freuen uns auf Ihre Beiträge.

Überall die gleichen Bilder

Liebe Freunde,
wenn alles im Winter bei der Holzernte so wunderbar wäre, wie die Forstämter nicht müde werden zu behaupten, dann fragt man sich doch, weshalb sich die Bilder aus vielen Wäldern in Deutschland nach der Holzernte so katastrophal gleichen, so wie in diesem Fall der Holzernte im Moosbach-Wald bei Feucht nahe Nürnberg.

Spricht dieses Bild nicht Bände?

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Hier klicken um zum ganzen Bericht zu gelangen!

Die Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Nürnberger Land hat in den letzten Jahren viele Meldungen besorgter Bürger über die Waldwirtschaft in den Staatswäldern erhalten. Diese Informationen sowie eigene Beobachtungen des BN zeigen grundsätzliche Probleme bei der Bewirtschaftung auf. Es handelt sich hier u.a. um eine Fläche in unmittelbarer Nähe von Röthenbach (Revier Seespitze), um Naherholungswälder am Dreibrüderberg bei Feucht und bei Winkelhaid sowie am Glasersberg bei Wendelstein, aber auch um andere Flächen. Erhebliche Bodenschäden, Vernichtung von wichtigen Strukturen wie Waldrandhecken und starke Durchforstungseingriffe habe man beobachtet, so der BN in einer aktuellen Pressemitteilung. Der Forst Nürnberg hält dagegen und spricht von Falschmeldungen.

Die Dinosaurier sind irgendwann auch mal ausgestorben…

DinosaurierLiebe Freunde der Initiative Waldkritik,

auch die Dinosaurier sind irgendwann in der Evolution ausgestorben, weil sie mit den Lebensbedingungen in den Wäldern unseres Heimatplaneten nicht mehr  zurecht kamen.

Genau so wird es auch dem neuen,  1 Million! Euro teuren und 70 Tonnen schweren! Waldmonster im niederbayrischen Kelkheim gehen. Der neue Großharvester „Raptor“, der mit seiner Hebe-Halte-Technik 900 Festmeter pro Woche umhauen kann und ich sage hier gleich dazu, wenn er rentabel arbeiten soll, auch umhauen muß!!! frist sich durch den Wald, wie ein nimmersattes Monster. Mit einer Hebekraft von 3 Tonnen und einer Reichweite von 17 Metern bewältigt er Stockdurchmesser bis 100cm, ist für Hangneigungen bis 30% ausgelegt, da der Oberwagen tiltfähig, also kippbar ist.

Wenn sich nun das Hightechmonster mit seinen 70 Tonnen Gewicht durch den Wald bewegt, macht er in seiner Waldbodenzerstörung seinem Bruder, dem bäumerückenden Forwarder, den Rang streitig! Der Forstmann im Filmbeitrag erwähnt zwar, daß der „Raptor“ mit seinem Raupenfahrwerk äußerst schonen für den Waldboden ist, zumal er gleich selbst noch einen Reisigteppich vor sich ausbreitet, bevor der den Waldboden befährt, so daß keine so tiefen Fahrspuren, wie wir sie in einigen Bildern immer wieder gezeigt haben, entstehen, aber die Bodenverdichtung, die durch die 70 Tonnen zzgl. der gefällten Bäume zustanden kommen, verdichten den Waldboden eben trotzdem. Damit können Raptor und Forwarder gemeinsam den Waldboden auf Jahrhunderte beschädigen oder zerstören.

Aber klar,  das ist der ökonomische Zahn der Zeit, eine einfache, dreiköpfige Waldarbeiter-Rotte schafft gerade mal 300 Festmeter in der Woche und viele Pausen sind da auch nicht drinn. Der Großharvesterfahrer ‚Willibald‘, so will ich ihn hier mal nennen, der schafft von seinem Führerhaus bequem das 3 fache ganz allein und die Gefahr, daß er krank wird oder verunfallt ist auch viel geringer. Die Frage bleibt an dieser Stelle trotzdem, was macht eigentlich die 3köpfige Waldarbeiter-Rotte, während Harvesterfahrer ‚Willibald‘ die Bäume umhaut, geht die stempeln oder sägt sie als Ein-Euro-Jobber die vielen kleinen Bäume und Büsche 10 bis 100 Meter links und rechts der Straßen ab???

Bedenken wir an dieser Stelle, daß die Automation der letzten 50 Jahre ein unendliches Meer an arbeitswilligen Menschen aus ihrer Existenz in die mehr oder weniger gut ausgestatteten Sozialsysteme der Staaten gedrängt hat, wenn man gleichzeitig bedenkt, daß wir in exponentieller Geschwindigkeit auf eine Weltbevölkerung von 10 Milliarden zusteuern, geht hier auch an dieser Stelle wieder deutlich sichtbar eine Schere auf, die wir mit den Systemen, wie wir sie heute haben, nicht bewältigen können.

Und bitte seid so gut, wenn ihr die 3 arbeitswilligen Arbeiter der Waldarbeiterrotte morgen vor der Tür des Arbeitsamtes sitzen seht, dann beschimpft sie nicht auch noch als „arbeitsscheues Gesindel“, wenn ihr ihnen schon ihre Existenz genommen habt.

Ein kritischer Umgang mit den Möglichkeiten, die uns moderne Technik zur Verfügung stellt, ist jedenfalls auch im Falle des „Raptors“ dringend angeraten.

Ganz zu schweigen vom Ressourcenverbrauch, den so ein heiliges Großharvester-Blechle beansprucht, der wird mit keinem Wort erwähnt, liebe Freuden so wird es nicht weitergehen, wenn man immer nur den einen, den geheiligten ökonomischen Aspekt bei allem im Auge hat, dann hilft es auch nicht mehr, wenn man in Hochglanzbroschüren wie ein Mantra die „nachhaltige Waldwirtschaft“ beschwört. Die Natur, die trotz der ständigen Verfehlungen des Menschen sowieso schon mehr als großzügig ist, wird sich auf Dauer diese Vergewaltigungen durch schwerste Maschinen und dahinter stehende Profitinteressen nicht gefallen lassen.

Ich kann mich immer nur wiederholen, es gibt Ernte- und Rückemethoden, die den Wald nicht fertig machen, zugegeben, die machen die Holzernte teurer und den Output geringer, aber wenn wir einen ressourcenschonenderen Umgang mit dem Holz hätten, bräuchten wir eben auch viel weniger davon und würden mit dem auskommen, was an Holz jedes Jahr nachwächst und zwar ohne den millionenschweren Einsatz von „Raptoren“.

Für mich ist das Hightechmonster „Raptor“ der Ausdruck des Grundsatzes: „Weiter so!“ Aber so wie irgendwann die Dinosaurier ausgestorben sind, werden in der Evolution auch derartige stählerne Waldmonster aussterben, davon bin ich überzeugt, spätestens dann, wenn der Mensch seine Lebensgrundlagen endgültig zerstört hat.

2015 ist zum „Jahr des Bodens“ ausgerufen worden, nehmen wir dieses Gedenkjahr nicht zum Anlaß uns an die guten alten Zeiten, in denen der Waldboden noch intakt war, zu erinnern, sondern denken wir darüber nach, wie wir unseren Umgang mit dem Wald und seinem Boden so ändern können, daß auch künftige Generationen noch den Wald in seiner natürlichen Schönheit und Leistungsfähigkeit genießen können.

Wer nach diesen einleitenden Worten noch das Bedürfnis verspürt, den Beitrag vom TVA Fernsehen Ostbayern sich reinzuziehen, der kann es durch einen Klick auf das nachfolgende Bild tun, ich verspreche, daß es sich nicht um einen Faschingsscherz handelt, sondern um die bittere Wahrheit, auch wenn die Augen des interviewten Forstmannes vor Begeisterung sprühen!

raptor

Pressemitteilung der Bundesumweltministerin Barbara Hendricks

In der Pressemitteilung (siehe unten) der Bundesumweltministerin Barbara Hendricks wird genau das angeschnitten was Forstplanung für den Schönbuch sein könnte:
Erholungs- und Naturerfahrungsraum für die Menschen im Einzugsbereich des Mittleren Neckar – Grün für die Menschen und Schutz der Ressourcen, hier des Bodens.
Die Landesregierung hat Ihrer Fürsorgepflicht nachzukommen, Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 31. Mai 1990, 2 BvR 1436/87, die Bewirtschaftung des Körperschafts-und Staatswaldes, …dient der Umwelt-und Erholungsfunktion des Waldes, nicht der Sicherung von Absatz und Verwertung forstwirtschaftlicher Erzeugnisse.
Die staatliche Forstpolitik  fördert im Gegensatz zur Landwirtschaftspolitik weniger die Betriebe und die Absetzbarkeit ihrer Produkte als vielmehr die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes … und hat dafür zu sorgen, dass das Landeswaldgesetz, hier Baden-Württembergs, eingehalten wird.

Insbesondere gilt:

§ 13 Nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes
Der Wald ist so zu bewirtschaften, dass die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen des Waldes unter Berücksichtigung der langfristigen Erzeugungszeiträume stetig und auf Dauer erbracht werden

§ 14 Pflegliche Bewirtschaftung des Waldes
Abs. 1 den Boden und die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten
Abs. 7 die Nutzungen schonend vorzunehmen.

§ 22 Umweltvorsorge im Rahmen der Bewirtschaftung
Abs.1 Die Umwelt, der Naturhaushalt und die Naturgüter sind bei der Bewirtschaftung des Waldes zu erhalten und zu pflegen.

Die Forstpolitik des Landes, die Übersetzung des ökologischen, sozialen und ökonomischen Grundmusters in der Waldbewirtschaftung des  Schönbuch ist trotz FSC-Zertifizierung gescheitert!

Die empfindlichen Böden werden durch die stereotype Übertragung der Feinerschließung und durch eine völlig verfehlte Rückegassenkonzeption zerstört. Wenigstens 2500 ha sind geschädigt!
Zwingend erforderlich wäre es, daß der Forst BW in quantitativer (Anzahl der Schäden) und qualitativer (Grad der Schäden) Hinsicht den Zustand des Waldes und Seines Bodens dokumentiert und veröffentlicht.
Der Schönbuch ist Staats- und Körperschaftswald und somit Bürgerwald und die Bürger lehnen die schonungslose Arbeitsweise der Forstverwaltung ab!

Hier die Pressemitteilung der Bundesumweltministerin Barbara Hendricks zum Stadtwald Lübeck (Nr. 027/15 | Berlin, 10.02.2015)

Leserbrief zum Beitrag in BdF aktuell/Ausgabe1 2015

Liebe Freunde der Initiative Waldkritik,
kürzlich hat Herr Daniel Bauer, Landratsamt Böblingen, Abteilung Forst in der Zeitschrift für Forstleute, Forstpolitik und Wald, BDF aktuell, Ausgabe 1, des Jahrgangs 2015 einen Beitrag mit dem Titel: Ein erster Blick zurück, der Schönbuch-Waldgebiet des Jahres 2014 veröffentlicht.

Zu dieser Rückschau hat die Initiative Waldkritik einen Leserbrief verfasst der nun in Ausgabe 2 veröffentlicht wurde. Unsere Bitte, seinen Beitrag auf unsere Webseite stellen zu dürfen, hat das Landratsamt ohne nähere Begründung negativ beschieden…

wir dürfen Ihnen diesen also nicht zeigen und müssen leider hinnehmen, an dieser Stelle auf den allzeit notwendigen demokratischen Diskurs zu verzichten…

Was wir aber machen können ist, wir stellen Ihnen unsere Antwort an Herrn Berner  auf die Seite. Hier ist sie!

BdF aktuell/Ausgabe1 2015
Leserbrief zum Beitrag von Martin Berner, ein erster Blick zurück:

Der Schönbuch-Waldgebiet des Jahres 2014

DER SCHÖNBUCH HAT GEWONNEN…

7000 Mausklicks, Auszeichnung – Festreden… 2014,
der Schönbuch hat gewonnen…

Die Fotografin im Wald, der Mensch im Handumdrehen animiert-zurückgelassen
…im Kasten tolle Bilder.
Ins Zeug gelegt!

Für Kritiker Demonstration…Metallpferd, Riesin auf Bändern, ForstBW.
Die Gelbbauchunke plantscht vergnügt.
Ins Zeug gelegt!

Festakt für die Ränge – großes Veranstaltungsprogramm.  Ja und der Wald?
Der Schönbuch hat gewonnen! …hat der Schönbuch gewonnen?

Forstwirtschaft ohne Rücksichtnahme auf die Böden zerstört Lebensgrundlagen
– wenigstens 2500 ha Waldfläche im Schönbuch, mehr als 12 000qkm Waldböden in Deutschland?
Ein Unrecht dem es Einhalt zu gebieten gilt!

Entwicklung?
Waldnutzung, Menschen, den Schutz von Lebensräumen, Lebensmustern mit Ihren Lebewesen sich örtlich verbinden lassen, der Schönbuch ein Modell? Die Auszeichnung des BDF als Anreiz und Güte-zeichen für eine konzeptionelle Erneuerung der Forstwirtschaft in deutschen Waldgebieten?

Herr Berner sinniert, die Menschen schätzten ihren Wald,  gestiegen seien  Erwartungen  an die Forstpartie-Bewirtschaftung und ihre Spuren stünden im Fokus. Recht hat er!

Was nach der Auszeichnung  bleibt? Nix! Oder vielleicht doch: Einwände, zunehmend wachsender Widerstand der  Bürgerinnen und Bürger gegen die rücksichtslose Zerstörung der Böden bei der Holzernte im Schönbuch, der Holzernte in Deutschland!

Harald Kunz, Initiative Waldkritik/ www.waldkritik.de

Warum engagiere ich mich? Gedankenspuren…

Ich will für eine  Landschaft eintreten die in meinem Leben sehr  bedeutsam gewesen ist und bedeutsam bleiben wird… es ist der Schönbuch!

Ebene Fluren, aufsteigende Höhen, Bergrücken, Einschnitte, Hügel, Mulden, Täler modellieren die Lebensgrundlage für Pflanzen, Tiere, Menschen, Siedlungen.

Kindheit, ich erinnere mich an Bachläufe an deren Ränder eingefasst mit Sauergräsern, dem Mädesüß mit seinem Duft, bäuchlings liegend den Wurzelausläufern mit den Fingern folgend der Versuch, die Krebse in dem klaren Wasser hinter den Zangen zu erhaschen.

Dem nimmermüden Unterfangen die Elritze mit bloßen Händen zu gewinnen, Buschwindröschen in den lauen Frühlingslüftend bebend, Himbeerranken, Gewitterstürme, Steinpilze an stillen moosgesäumten Orten, farbiges Blattwerk, tiefstehendes Sonnenlicht mit langen Schatten, Nebelschwaden, Schneekristalle, feines Knistern auf der Laubspreu.

Ich spreche von den Buchen, den Eichen in mächtige Kronen aufstrebend, lichtdurchflutet in den Himmel eintauchend, Rippengewölbe, Spitzbögen, Strebepfeiler, Verbindung zwischen Erde und Himmel. Dunklem Fichtengrund in seinen Wipfeln leiser Wind…

Ein Lager angelehnt an die Sturmwurzel einer Fichte, der Boden  ausgekleidet mit Moos. Sein Standort geheim, Eingeweihten allein bekannt.  Ich erinnere mich an die Zelte, an die Feuer, Gitarren- klang, Lieder… Erfahrungen in der Gruppe

Ich versichere Ihnen, dass ich das keckernde Eichhörnchen kenne, die Haselmaus unter Sträuchern gesehen habe, dass ich mich über das Kreischen des Eichelhähers ärgerte, wenn er  meine heimliche Anwesenheit kundtat. Ich habe dem Ruf der Käuzchen gelauscht der vom Mondlicht begleitet an mein Ohr drang. Ganz ohne Furcht im Zwielicht, warme Luft berührte das Hemdchen, den Leib, im Ohr pochte das Blut- aufmerksam ins Dunkle gerichtet.

Ich bin den  Besonderheiten der Sandsteinblöcke oberhalb der Schwende gefolgt und zwischen den Moosen, den Gräsern, an den Stammansätzen fand ich die verschiedensten Lebenszeichen. Ich sank an nassen Stellen ein, durchdrang Jungbestände, ließ mich an den Kronen der Buchen nieder.

Ich erinnere mich der Mühe unseren jährlichen Holzvorrat einzubringen – sägend, schleppend, stolpernd, stapelnd, die Abfuhr nach Hause, Langholz das eingekürzt werden musste, gemeinsame Vesper…

Ich kenne die Arbeit mit Spaltblock, Axt und Hacke, weiß Scheite in stabilen Schichten aufzustapeln, empfinde die kalte Winterluft, erinnere mich der Wege mit dem Holzkorb, an die  Spächtele und an das Streichholz … ein Feuer machen, warme Zimmer, Küchendüfte, an das Tellergeklirr und den Ruf der Mutter.

Mit dem Untergang der Sonne endeten die Felder und Fluren. Der Blick stieß dann auf einen dunkler werdenden Waldriegel, Abschluss des Sehfeldes – zurück nach innen…

Kriegsende, Ankunft und Neuanfang der Familie in einer kleinen Gemeinde am Rande des Schönbuchs, Orientierungsversuch in einer neuen Umgebung, Eingesessene, die Fremde, damals waren es wir Flüchtlinge, nicht mochten…

In der Landschaft von der ich spreche fand ich die lebensnotwendige Freiheit, die ich vonnöten hatte, in der ich auftauchen konnte

Ich war unterwegs, gewann Einblicke, Naturwissenschaft… Pädagogik, ein Kunststudium in Wien. Ich war  an einer Schule tätig. Von meiner Arbeit hat man gesagt, dass ich sie engagiert getan hätte.

Der Lebensraum Wald, die Aneignung der Natur durch den Menschen, die Achtung vor der Schöpfung waren mir wichtige Inhalte in der Erziehung  unserer Söhne und in meiner Berufstätigkeit als Lehrer. In Zusammenarbeit mit der Forstverwaltung Herrenberg ist ein Projekt entstanden, welches  durch seine Grundüberlegungen und deren Verknüpfung Anerkennung in Fachkreisen fand.

Ich will für den Schönbuch eintreten, der Ihnen, der mir vertraut ist – dem unsere gemeinsame Wertschätzung gilt.

Um diesen Schönbuch soll es gehen. Anlass dazu ist die Sorge um den Verlust der Bodenfruchtbarkeit. Geologen weisen eindringlich auf Schäden die entstanden sind, auf die Störung der Pufferwirkung, des Filtersystems, auf den Stickstoffeintrag und ganz besonders auf die schweren Störungen durch die mechanische Belastung, ausgelöst durch Forstmaschineneinsätze.

Ein wertschätzender Umgang mit den Böden im Schönbuch ist für uns alle von allergrößter Bedeutung.  Ich hoffe und wünsche, dass dies bald gelingen kann.

Nachlese zum Schönbuch als Wald des Jahres 2014!

Liebe Freunde der Initiative Waldkritik,
am 23.1.2015 hat der Forst BW auf Youtube einen Rückblick auf das Jahr 2014, in dem der Schönbuch „Wald des Jahres war“ veröffentlicht.

Nichts liegt uns ferner als die „Ewigen Miesepeter“ zu geben, die mit ihrer ständigen Nörgelei die wunderbare, feierliche Stimmung des Videos über den Schönbuch und seine edlen, beschützenden und pflegenden Grünen Ritter vom Forst BW, zu durchkreuzen.

Aber seht Euch doch mal die nachfolgenden Bilder an, die wir an einem „normalen“ Dienstag, den 13. Januar 2015, im Schönbuch, kurz vor Mittag, fußläufig, in einer knappen Stunde fotografieren haben und leider zur Kenntnis nehmen mußten.
Waldbodenschaeden_im_Schoenbuch
Sieht so ein pfleglicher Umgang mit dem Wald aus, wie er uns im Film des Forst BW weiter unter suggeriert wird? Klar solche Bilder hätten natürlich auch nicht in Drehbuch gepaßt! Zweifellos kann man zu Fuß und bei Radtouren den Schönbuch in all seiner Schönheit genießen, aber, liebe Freunde, woran liegt das, das liegt doch wohl in erster Linie an der Großartigkeit der Natur! Die in ihrer Großzügigkeit immer wieder verzeiht und viele Sünden des Menschen an ihr zu heilen versucht wenn Sie sich auch vieler Orts immer schwerer damit tut, vor allem in Zeiten des Klimawandels!

Was in dem Film dargestellt wird, ist ein Etikettenschwindel. Hier benutzt der Forst BW Leistungen Anderer, in diesem Fall der Natur, um sie sich selbst auf seine Fahne zu schreiben. Hier wäre etwas mehr Bescheidenheit und Ehrlichkeit angebracht!

Dieses wunderbare Naturschauspiel, daß uns der Schönbuch entlang des gesamten Jahreslaufes bietet, ist aber nur die eine Seite, die man aber nicht mit der anderen Seite verrechnen kann und darf und das sind die Wunden, die die Menschen dem Wald und seinem Boden immer wieder zufügen.

Und solange das so ist, werden wir unsere Finger auch in die Wunden legen müssen, ohne die Schönheit der Natur darüber zu vergessen …

Nach dieser kleinen Vorrede, sehen Sie nun die Nachlese des Forst BW zum Schönbuch als Wald des Jahres 2014. . .

Ein Kommentar aus der Kunst zu unserem letzten Beitrag!

Liebe Freunde der Initiative Waldkritik,

unser Mitstreiter – Harald Kunz – wurde von unserem letzten Beitrag so stark angesprochen, daß er spontan die nachfolgende Zeichnung unter dem Titel „. . . wir schaffen unverwechselbaren Lebensraum“ geschaffen hat.
Wie es immer so ist: ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Wir freuen uns, hier ein besonders gelungenes Beispiel für diese Aussage Ihnen präsentieren zu dürfen …

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2015 ist das Jahr des Bodens

Liebe Freunde der Initiative Waldkritik,

anläßlich des Jahres des Bodens haben wir uns entschlossen, in loser Folge immer wieder besonders ‚gelungene Beispiele‘ der Bodenzerstörung hier zu veröffentlichen.Waldboden_Schönbuch_14I15_001

Wenn man besonders zynisch sein wollte, was wir natürlich nicht sind, könnte man bei dem obigen Bild auch auf die Idee kommen, daß hier fleißige Hände samt ihrer Maschinen am Werk waren, um möglichst viele neue Feuchtbiotope für die berühmte Gelbbauchunke und ihre Kollegen einzurichten.

Die Fahrspuren halten das Wasser wunderbar, wie man auf dem Bild unschwer erkennen kann, denn der Waldboden wird nach unten hin perfekt verdichtet, sodaß in den nächsten 10 bis 20 Jahren sicher nichts passieren wird, in dem Sinne, daß der Boden wieder seine ursprünglich Lebenskraft zurückgewinnt.

Bei Forstwirtschaft und Waldernte haben wir ein fantastisches Beispiel, wie bei uns ökonomisch ertragreiches Wirtschaften funktioniert, die einen machen die Profite und die anderen zahlen die Zeche, wir holen uns aus dem Wald, was wir für unsere Wirtschaft brauchen und wir geben dem Wald seine eigene Zerstörung zurück. Denn müßten wir nach dem Grundsatz vorgehen, daß niemand sehen kann, daß wir im Wald geerntet haben, müßten wir also die Schäden, die wir anrichten, wieder perfekt reparieren, dann würde das Holz endlich den Preis bekommen, den es wirklich hat und nicht den, der der sogenannte freie Markt generiert.

Wir müssen uns doch alle selbst immer wieder fragen, sollen wir wirklich unsere Lebensgrundlagen zerstören, zu denen nunmal ein intakter Wald auf einem intakten Waldboden gehört, nur um z.B. an billiges Brennholz für unsere neumodischen Palettöfen zu gelangen.

Man muß zugeben, daß ist polemisch argumentiert, aber ist es nicht auch polemisch und lebensverachtend, wenn wir durch unseren Maschineneinsatz in Wahrheit Waldböden zerstören und dann noch gleichzeitig die Feuchtbiotope, sozusagen als moderne Industrieruinen, dann wieder als schützenswert erachten, um ein paar Jahre später 10 Meter weiter wieder neue Bodenzerstörung betreiben …

Fortsetzung folgt!

Das Leitbild des Forst BW

Sehr gut ist es, wenn die Forstwissenschaft den Spuren der Natur und nicht denen der Maschinen folgt – denn nur dann, folgt die Waldwirtschaft auch den Spuren der Natur!Atalanta_fungiens

Deshalb ist es wunderbar, daß man im Leitbild des „Forst Baden Württemberg“ auch folgendes lesen kann (Hervorhebungen von der Redaktion / runtergeladen am 28.7.2014 / 22.10 Uhr):

Zukunft für den Wald, Zukunft für die Menschen.

Unsere Gesellschaft stellt hohe Ansprüche an den Wald. Er soll Holz liefern, dem Wild sowie seltenen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum bieten, zu Spaziergängen einladen, für saubere Luft, ausgeglichenes Klima sowie frisches Wasser sorgen. Diese Ansprüche bilden die Basis unserer Arbeit.

Grundlage unseres Handelns ist der Nachhaltigkeitsgedanke, den wir konsequent anwenden: Dem Wald wird nur jener Rohstoff entnommen, den er auch nachproduziert. Alle Waldfunktionen werden gleichrangig und dauerhaft für heutige und nachfolgende Generationen gesichert.

Hand in Hand mit diesem ökologischen Ansatz geht auch die ökonomische Perspektive: Erwirtschaftete Überschüsse kommen sowohl der Substanz des Betriebes als auch den von uns im ökologischen und sozialem Bereich erbrachten Leistungen zu gute.

Diese Aufgabe verlangt von uns, dass wir zwischen den unterschiedlichen Interessen von Waldbesitzern, Bürgern und Politik vermitteln und sachgerechte Lösungen erarbeiten.
Ein großer Erfahrungsschatz und das Wissen von Generationen kommt uns dabei zu gute; durch Forschung sowie intensive Aus- und Fortbildung sorgen wir dafür, dass uns diese Kompetenz erhalten bleibt.

Die gleichzeitige Erfüllung dieser unterschiedlichen Aufgaben und Erhalt des Ökosystems Wald realisieren wir mit dem Konzept der naturnahen Waldwirtschaft.

Wir schaffen Zukunft – vertrauen Sie uns!“

Quelle: http://forstbw.de/forstbw/leitbild.html

Ja es ist gut, wenn die Forstwissenschaft den Spuren der Natur und nicht denen der Maschinen folgt – denn nur dann, folgt die Waldwirtschaft auch den Spuren der Natur!

Waldböden erneut viel zu weich

Liebe Freunde der Initiative „Waldkritik“,

im Gäuboten konnte man vor einigen Tagen eine Aussage von Reinhold Kratzer, Leiter des Kreisforstamts, lesen, die er im Finanzausschuss des Gemeinderates Herrenberg gemacht hatte.

Sicher wird es den ein oder anderen von Ihnen interessieren, den Artikel auf der website des Gäuboden zu lesen: http://www.gaeubote.de/index.php?&kat=10&red=24 artikel=110800570&archiv=1

Zu dem Artikel erschienen umgehend einige Leserbriefe, die wir ebenfalls hier verlinken möchten:

Leserbrief von Herrn Koch: http://www.gaeubote.de/index.php?&kat=18&artikel=110806727&red=24&ausgabe=

Leserbrief von Herrn Kühl: http://www.gaeubote.de/index.php?&kat=18&artikel=110810615&red=24&ausgabe=

Leserbrief von Herrn Kunz: http://www.gaeubote.de/index.php?&kat=18&artikel=110809311&red=24&ausgabe=

Der runde Tisch zum Wald